Donaugeister
Hätte Nietzsche «Die Rheinnixen» gekannt, hätte er seine Meinung, Jacques Offenbach, «dieser geistreichste und übermütigste Satyr», sei «eine rechte Erlösung von den gefühlsamen und im Grunde entarteten Musikern der deutschen Romantik», womöglich relativiert. Denn es handelt sich hier durchaus um ein Werk, das als romantische Oper sui generis durchgeht, keineswegs nur (wie René Leibowitz meinte) in romantischer «Verkleidung» daherkommt. Die Musik klingt nicht nach Mimikry, sie ist durchaus seriös, mancherorts sogar mit Elementen der Grand opéra ausgestattet.
Um das Stück aber wirklich ernst nehmen zu können, müsste man über den arg platten Text hinwegsehen, zumal über die von Alfred von Wollzogen erstellte deutsche Fassung des französischen Librettos (Charles Nuitter). Das freilich sollte schon dem Kritiker der Wiener Uraufführung (1864) nicht gelingen, dem Offenbach sonst wohlgesonnenen Eduard Hanslick. «Das ganze Libretto ist eine Musterkarte deutscher Romantik, wie sie sich in dem Kopf eines poesielosen Franzosen spiegelt», schrieb der Erbarmungslose und bemerkte, dass «man überhaupt wohl und gerecht daran tun wird, die ‹Rheinnixen› entschieden vom Standpunkt der französischen ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Máté Mesterházi
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