Die zarte Pflanze Glück
Man sah es an und rieb sich leicht verwundert die Augen. Auf den Plakaten des Festivals d’Aix-en-Provence, die den Besucher schon am Stadteingang auf das musiktheatralische Großereignis hinwiesen, fand sich ein Kunstwerk annonciert, das viele, zumindest unter diesem Titel, nicht kennen. «L’Opéra de quat’sous». Très chic, apart, wohlklingend. Und von Logik zumindest angeweht: Im Französischen beschreibt der Begriff «quat’sous» etwas, das nicht viel kostet.
Eine getreuliche Übersetzung des Kunstwerks, von dem hier die Rede geht, ist allerdings nur bedingt möglich – die Briten sind diesbezüglich präziser, sie nennen die «Dreigroschenoper» von Bertolt Brecht und Kurt Weill «The Threepenny Opera». Aber das nur am Rande, als Prolog …
Nun zum eigentlichen Theater: Im Kern sollte es – im 75. Jahr des Festivals – eine fulminante Eröffnung werden mit «L’Opéra de quat’sous». Pierre Audi hatte sich schon seit Langem gewünscht, dass Thomas Ostermeier, der in Theater-Frankreich einen guten Ruf genießt, endlich mal eine «Oper» inszeniert; schließlich sei er nicht der erste Schauspielregisseur, der sich auf dieses Terrain wagen würde. Mit einiger Überredungskunst gelang es dem findigen ...
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Opernwelt August 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten, Peter Krause
Glyndebourne, dieser Landsitz samt Opernhaus mitten im hügelsanften Sussex, scheint aus der Zeit gefallen zu sein. So kommt es einem vor, wenn zur Festivalzeit mit Weidekörben bestückte Londoner in Smoking und Abendkleid per Zubringerzug anreisen und in den weiten Gärten neben grasenden Schäfchen ihre Picknickclaims markieren, um vor der Vorstellung und in der...
Das Leben? Eigentlich ist es nur ein Spiel. Ein Glücksspiel. Manchen Menschen gibt Fortuna die richtigen Karten in die Hand, damit sie die angenehmen, luxurierenden Seiten des Daseins genießen können – bis irgendwann der Tod vor der Tür steht, milde lächelnd. Anderen gönnt sie nicht einmal die Möglichkeit der Liebe, nur den Schatten oder die Ahnung davon, wie zum...
Frau Garanča, wie viele Sprachen beherrschen Sie eigentlich?
Sechs.
Und warum sprechen Sie so bestechend gut Deutsch?
Deutsch habe ich in Deutschland gelernt. 1999, als ich ans Staatstheater Meiningen kam. Gezwungenermaßen, würde ich fast sagen. Da musste ich mir Deutsch beibringen. Nicht, dass ich gezwungenermaßen nach Meiningen kam! (lacht) Ich war ja sozusagen...
