«Die beste Zeit ist jetzt»
Frau Garanča, wie viele Sprachen beherrschen Sie eigentlich?
Sechs.
Und warum sprechen Sie so bestechend gut Deutsch?
Deutsch habe ich in Deutschland gelernt. 1999, als ich ans Staatstheater Meiningen kam. Gezwungenermaßen, würde ich fast sagen. Da musste ich mir Deutsch beibringen. Nicht, dass ich gezwungenermaßen nach Meiningen kam! (lacht) Ich war ja sozusagen ausgebrochen aus dem Elternhaus. Da war ich auf einmal in dieser ganz anderen Welt.
Und um Papiere, die mit der Aufenthaltserlaubnis und so weiter zu tun hatten, auszufüllen, musste man schon ein bisschen was verstehen. Grundsätzlich denke ich, dass man, wenn man in einem fremden Land lebt, sich integrieren sollte. Das macht einem selber Spaß – und natürlich verdient auch das Land, in dem man dann arbeitet, Aufmerksamkeit. Dazu kommt noch ein Sprachtalent, das ich glaube zu besitzen. Sprachen kommen relativ leicht zu mir. Ich muss in dem entsprechenden Umfeld leben – und dann, im Verlaufe von ein paar Monaten, geht es. Man sagt ja, dass man mit 200 Worten in jeder Sprache in dem jeweiligen Land überleben kann.
Hatten Sie, bevor Sie nach Meiningen kamen, in Lettland schon deutsches Repertoire gesungen?
An Konservatorien ...
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Opernwelt August 2023
Rubrik: Interview, Seite 40
von Arno Lücker
Der wichtigste Moment in der Aufführung von Bellinis «Norma» am Stanislawski-und-Nemirowitsch-Dantschenko Musiktheater ist der, als Regisseur Adolf Schapiro beispielhaft die in Moskau vorherrschende Stimmung beschreibt: Oroveso, im Kampfanzug in einem Rollstuhl sitzend, erinnert das Publikum daran, dass bald der Moment kommen wird, an dem der Widerstand gegen die...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Im Orchestergraben zu weinen ist natürlich schwierig, aber als Zuschauer geht mir «Wotans Abschied» in der «Walküre» sehr nah.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
In Zermatt, wenn es genug Platz gäbe!
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Ein guter Teamgeist.
Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Sagen wir...
Hier ende die vom Maestro unvollendet gelassene Oper, weil der Maestro an dieser Stelle gestorben sei. So die Worte, die Arturo Toscanini dem perplexen Publikum der Mailänder Scala am Ende der Uraufführung von Giacomo Puccinis «Turandot» zugerufen haben soll. Nach dem Opfertod der standhaften Dienerin Liù hatte der Dirigent den Taktstock niedergelegt. Er tat dies...
