Die Schrankwand spielt mit

Bühnen- und Lichtgestalter stellen ihre liebste Arbeit vor: Herbert Murauer über «Il barbiere» – Den Norske Opera Oslo, 2020

Man kann Geschichten immer wieder neu und anders erzählen. Selbst bei einer Oper, die alle zu kennen glauben, ist das möglich, in diesem Fall Gioachino Rossinis Buffa «Il barbiere di Siviglia». Für die Produktion der Norske Opera Oslo, die im November 2020 Premiere hatte, war die Regisseurin Jetske Mijnssen verantwortlich, mit der ich zuletzt bei Giovanni Legrenzis Oper «La divisione del mondo» in Straßburg zusammengearbeitet habe. Die Kostüme hat Julia Katharina Berndt entworfen. Dieser «Barbiere» führt uns in eine Gegenwart, die geprägt ist von der Vergangenheit.

Es ist, als würde man Bausteine immer wieder neu zusammensetzen. Die Grundidee besteht aus einer typischen Wohnzimmer-Schrankwand, Symbol der Bürgerlichkeit in den 1960er- und 1970er-Jahren. Sie ist als Objekt begehbar und bespielbar, aber nicht im Detail fertig definiert. So kommt es für die Darsteller zu einer unmittelbaren persönlichen Erfahrung beim eigenen Umgang mit den Möglichkeiten der Wand, die bei den Proben ausgelotet wurden. Keine fühlbaren Umbauten sollten den Ablauf der Aufführung stören. Durch verschiedene Geschwindigkeiten bei der Veränderung einzelner Elemente dieser Wand, etwa der Türen, bis hin zur ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2021
Rubrik: Serie Licht und Raum, Seite 54
von Götz Thieme

Weitere Beiträge
Zurück zu den Wurzeln

Die Sache ist ein bisschen kompliziert, wie meistens, wenn es um die Liebe geht. Auf jeden Fall endet es damit, dass sie sich einen One-Night-Stand sucht und einfach mit irgendwem ins Bett geht. Uff, seufzt da Bryan Benner, Sänger der Erlkings – weil es halt immer irgendwie «the same old story» ist beziehungsweise «eine alte Geschichte», wie es in Robert Schumanns...

Verwandlungskünstler

Im April 2007 fand, schon lange überfällig, in Salzburg ein internationaler Strawinsky-Kongress statt, der einen doch leicht konsterniert zurückließ. Vergegenwärtigte er doch noch einmal die ein halbes Jahrhundert zurückliegende Kontroverse über Theodor W. Adornos «Philosophie der neuen Musik», samt ihrer Suche nach der «wahren» authentischen Moderne im Lichte der...

Impressum März 2021

62. Jahrgang, Nr 3
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN     0030-3690
Best.-Nr.     752342

REDAKTION OPERNWELT
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55

Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de

REDAKTION
Jürgen Otten (V. i. S. d. P.)

REDAKTIONSBÜRO
Andrea Kaiser | redaktion@opernwelt.de

...