Die reine Poesie

Reimann: Melusine FRANKFURT | OPER | BOCKENHEIMER DEPOT

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Drei Schwestern: Undine, Rusalka, Melusine. Sämtlich entstammen sie der Märchenwelt und gelangen, um ihr Glück zu finden, zu den Menschen; sämtlich scheitern sie an dem, was Menschsein ausmacht. Zu unterschiedlich sind die Vorstellungen von der Liebe, vom Leben und davon, was Natur bedeutet. Das erkannte auch Yvan Goll, als er Anfang der 1920er-Jahre den mittelalterlichen Stoff in eine zeitkritische Parabel verwandelte. Anders aber als in den Zauberopern von E. T. A.

Hoffmann und Dvořák ist die Titelfigur seines Theaterstücks keine Nymphe, sondern eine fast normale junge Frau, die mit ihrem Wesen alle bezaubert und schließlich doch zugrunde geht. Melusine stirbt. Und mit ihr die Natur, die sie glaubte, beschützen zu können.

Im Bockenheimer Depot in Frankfurt liegt sie am Ende, vereint mit dem Grafen von Lusignan, auf einem kleinen Podest – Symbol für jenes Schloss, das er erbauen ließ, um an ihrer Seite zu sein, dafür aber –die Nähe zu Tschechows «Kirschgarten» ist evident – den gesamten Wald abholzen ließ. Jener flache weiße Ring, der den ganzen Abend hindurch damoklesschwertgleich in der Luft schwebte, hat sich auf Christoph Fischers sterile Rundbühne herniedergesenkt, aber mit ...

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Opernwelt August 2025
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Jürgen Otten

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