Die Rache der Meisterin

Gera eröffnet sein saniertes Opernhaus mit Siegfried Matthus’ «Cosima»

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In der Operette «Wiener Blut», deren Musik nach Stücken von Johann Strauß zusammengeschustert wurde, geht es um das, was der Titel verspricht: «Wie­nerblut, eigner Saft, voller Kraft, voller Glut». Damit richtig deutlich werden kann, was damit gemeint ist, bedarf es eines Kontrastes, eines Blutes gewissermaßen, das ganz und gar nicht wienerisch ist und in Wien trotzdem zum Kochen kommt. Für diesen Kontrast ist Balduin Graf Zedlau zuständig, der Tenor des Stückes. Er versucht, sein Trieb­leben durch den Konsum dreier Wienerinnen auszufüllen und scheitert dabei abendfüllend.

Balduin ist kein doo­fer Buffo, aber doch jemand, über den man sich amüsieren soll. Er kommt nach Wien, und dabei ist Nomen unzweideutiges Omen, als Gesandter von Reuß-Schleiz-Greiz. Genauer, so scheint es, kann man aus Wiener Sicht die Provinz nicht orten als mit diesen drei Namen.
Reuß-Schleiz-Greiz muss in der Re­gion gelegen haben, die man heute «Neue Bundesländer» nennt. Es ist jener grüne, flache Zipfel, bei dem Thüringen und Sachsen ineinanderlaufen. Nach der Wende musste dort zusammenwachsen, was kaum je zusammengehörte. Die deutsche Einheit stülpte sich über eine Vielheit regionaler Unterschiede. Das ...

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Opernwelt Juli 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Stephan Mösch

Vergriffen
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