Die Quadratur des Kreises
Wer bin ich? «Ich bin die Vielen» – in dieses philosophische Paradoxon soll der Maler Egon Schiele seine künstlerische Persönlichkeit gekleidet haben. Ähnliches hatte ein Anonymus als Graffito an die Berliner Mauer gesprayt: «Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?» Wir lasen dieses Zitat kürzlich in der «Neuen Zürcher Zeitung» – im Zusammenhang mit einem Bericht über die Cindy-Sherman-Show im New Yorker MoMA.
Denn Sherman inszeniert sich selbst stets als eine Andere, stellte sich als vielfältige und unzählige Frauentypen unterschiedlicher Herkunft und in allen Altersstufen dar, ein Spiel mit der Identität.
Auch bei Marlis Petersens neuem Recital mit Goethe-Liedern mag man an ein solches Spiel denken, wenngleich auf andere Weise. Aber auch hier fließen die Person der Sänge-rin und die Personen der auf der Hörbühne vorgeführten Frauenfiguren Goethes – Stella, Klärchen, Gretchen, Mignon & Philine, Suleika, Helena – ineinander. Für jede findet die Sopranistin eigene Farben, wechselt die akustischen Kostüme, versteckt sich freilich nicht dahinter, sondern lässt stets ihre große Persönlichkeit durchscheinen. Man mag in dem Zusammenhang auch an ihre Bühnenerfahrung als Lulu denken. Lulu ...
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Medien/CD und DVD, Seite 22
von Gerhard Persché
Dass (Opern-)Komponisten mit fortgeschrittenem Alter die Komik für sich entdecken, ist gar nicht selten. Verdis «Falstaff» ist sicher das bekannteste Beispiel. Doch auch Jules Massenet hat gegen Ende seiner Laufbahn mit «Panurge» (1911-1912 – posthum 1913 uraufgeführt) und zuvor mit «Don Quichotte» (1909) zwei komische Opern vorgelegt. Von der überbordend...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Un ballo in maschera: 1., 5.
• Kammerkonzert: 6. (Mat.)
• King Arthur: 13. (N.), 23.,30.
•...
Herr Osborn, für Ihre Interpretation des Raoul in Meyerbeers «Hugenotten» sind Sie im vergangenen Jahr gefeiert worden. Wie haben Sie die Produktion in Brüssel erlebt?
Für mich war das eine ganz erstaunliche Erfahrung. Nicht nur, weil zwei Tenöre aus Iowa, nämlich Eric Cutler und ich, auf derselben Bühne standen. Sondern überhaupt. Mich zu besetzen, war eine Idee...
