Die Liebe, der Tod und das Meer

Marie-Nicole Lemieux singt Orchesterlieder von Edward Elgar, Ernest Chausson und Victorin Joncières

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Neugierig macht das Programm der neuesten CD der franko-kanadischen Altistin Marie-Nicole Lemieux mit drei selten zu hörenden Orchesterlieder-Zyklen des Fin de Siècle allemal. Ernest Chaussons berückendes «Poème de l’amour et de la mer» wird dabei umrahmt von Edward Elgars herben «Sea Pictures» und der Erstaufnahme der allegorischen «Ode symphonique» «La Mer» des gänzlich unbekannten Victorin Joncières, dessen «Dimitri» die Stiftung Palazzetto Bru Zane 2014 in ihrer Reihe vergessener Opern des französischen 19. Jahrhunderts wiederaufgelegt hat.

In allen drei Werken, deren Texte um das erotisch aufgeladene Symbol des Wassers kreisen, klingt einerseits Wagners Harmonik nach und wetterleuchtet andererseits bereits die lichtdurchflutete Klangfarbenkunst des musikalischen Impressionismus. Dabei wahren alle drei Komponisten ihre künstlerische Eigenständigkeit – am entschiedensten Chausson, bei dem sich Wagners Tonfall und eine genuin französische Melodik zu einer betörend einzigartigen Musik verbinden.

Leider ist die Aufnahme, trotz des klangschön inspirierten Spiels des Orchestre National Bordeaux Aquitaine unter seinem Chefdirigenten Paul Daniel, keine Offenbarung. Lemieux’ Stimme ...

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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Uwe Schweikert

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