Die letzte Assoluta

Markus Thiel porträtiert das Phänomen Edita Gruberova

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Mit Sängerbiografien ist es so eine Sache. Zumal, wenn die beglückten Hauptpersonen noch unter uns weilen und munter auf dem hart umkämpften Stimmenmarkt mitmischen. Wer viel zu verlieren hat, neigt zur Verschwiegenheit. Wer viel zu gewinnen hofft, zur Aufschneiderei. Erfahrungen und Ereignisse, Fabeln und Fakten werden allenfalls gefiltert ausgereicht. Auf dass sie der Beförderung der eigenen Karriere dienen. So lesen sich nicht wenige Bücher über prominente Gesangsartisten wie Schaufensterprosa, von PR-Erzeugnissen kaum zu unterscheiden. Viel Wind, wenig Substanz.



Von solchen Rosarot-Produkten hebt sich Markus Thiels Buch über die Belcanto-Königin Edita Gruberova wohltuend ab. Das liegt zunächst einmal an Thiels Haltung zum Gegenstand: Der Autor macht zwar kein Hehl aus seiner Bewunderung für die Lebensleistung einer Sängerin, die mit den Heroinen Bellinis, Donizettis und (weniger) Rossinis seit mehr als drei Jahrzehnten das Publikum in Atem hält. Doch kommt die Reverenz an «die letzte Assoluta unserer Zeit» nicht im anekdotischen Fan-Jargon daher, sondern in einem sensibel-sachlichen Ton, der auf viele vertraute Gespräche schließen lässt. Bei aller Offenheit bleibt diese ...

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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Medien, Bücher, Seite 47
von Albrecht Thiemann

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