Die Kunst kommt am Abend
Das passiert einfach
Matthias Spenke
Ich bin eher ein sesshafter Typ, ich wollte nicht als Solist von Stadt zu Stadt reisen. Also habe ich direkt nach dem Studium an der Komischen Oper vorgesungen, und es hat sofort geklappt. Ich hatte mir schon vorher einige Inszenierungen an der Komischen Oper angesehen und wusste, dass mir das Spaß machen würde. Hier herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Chor, Orchester und Solisten, wir arbeiten alle an dem gemeinsamen Produkt. Dabei ist der Dirigent des Abends sehr wichtig.
Wir haben auch schon Dirigenten gehabt, die einfach nicht an der Bühne interessiert waren. Es gab einige Vordirigate für die Kapellmeisterstelle, und am Anfang des zweiten Akts von «La Bohème» merkt man auch im Chor sofort, ob der was kann oder ob das auseinanderfliegt. Kirill Petrenko hat immer alles vorbildlich klar gezeigt, da konnten wir wirklich jedes Detail ablesen. Wir sind auch darstellerisch sehr gefragt, da kann man vieles solistisch machen. In größeren Chören steht man bloß in der mittleren Reihe und singt, das finde ich nicht so toll. Die Gefahren sind dadurch allerdings auch größer. Im Mai bin ich in einer Aufführung des «Barbier von Sevilla» aus der ersten ...
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Frau Schäfer, wie geht es Ihren beiden Töchtern?
Danke, ich kann nicht klagen. Als ich sie gestern ins Bett brachte und vor unserem Schlaflied zufällig das Radio anmachte, kam gerade der Mitschnitt von Pergolesis «Stabat mater» aus Salzburg, wo ich eingesprungen war. Sagt die eine Tochter sofort: «Das ist die Mama, die da singt.» Sagt die andere: «Die Mama kann...
Als Kirill Petrenko im Juli dieses Jahres sein letztes Sinfoniekonzert an der Komischen Oper Berlin dirigierte, verabschiedeten die Musiker ihren Chef mit einem symbolträchtigen Geschenk. In Anspielung auf Petrenkos letzte Premiere, das «Land des Lächelns», verliehen sie ihm eine gelbe Jacke, in Lehárs Operette das Zeichen für die allerhöchsten Würden, deren der...
Herr Frey, im vergangenen Jahr, als Sie zum neuen Bremer Generalintendanten bestellt wurden, rauschte es im Blätterwald der Feuilletons: Angeblich wollten Sie die Bremer Oper zu einem Stagione-Theater umfunktionieren. Jetzt, wo Ihr Spielplan für die erste Saison vorliegt, liest sich alles doch etwas anders: Bremen behält ein relativ großes Hausensemble; viele...
