Die Kunst kommt am Abend

Der Chor der Komischen Oper Berlin ist anders. Das wusste und nutzte schon Walter Felsenstein. So viel Körpereinsatz gibt es sonst auf keiner Opernbühne. Aber auch musikalisch sind die Chorsolisten an der Behrenstraße flexibel: Von Händel bis Schostakowitsch, vom Kindertheater bis zur Operette reicht der Radius. Statements aus dem «Chor des Jahres», eingeholt von Uwe Friedrich

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Das passiert einfach
Matthias Spenke

Ich bin eher ein sesshafter Typ, ich wollte nicht als Solist von Stadt zu Stadt reisen. Also habe ich direkt nach dem Studium an der Komischen Oper vorgesungen, und es hat sofort geklappt. Ich hatte mir schon vorher einige Inszenierungen an der Komischen Oper angesehen und wusste, dass mir das Spaß machen würde. Hier herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Chor, Orchester und Solisten, wir arbeiten alle an dem gemeinsamen Produkt. Dabei ist der Dirigent des Abends sehr wichtig.

Wir haben auch schon Dirigenten gehabt, die einfach nicht an der Bühne interessiert ­waren. Es gab einige Vordirigate für die Kapellmeisterstelle, und am Anfang des zweiten Akts von «La Bohème» merkt man auch im Chor sofort, ob der was kann oder ob das auseinanderfliegt. Kirill Petrenko hat immer alles vorbildlich klar gezeigt, da konnten wir wirklich jedes Detail ablesen. Wir sind auch darstellerisch sehr gefragt, da kann man vieles solistisch machen. In größeren Chören steht man bloß in der mittleren Reihe und singt, das finde ich nicht so toll. Die Gefahren sind dadurch allerdings auch größer. Im Mai bin ich in einer Aufführung des «Barbier von Sevilla» aus der ersten ...

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Opernwelt Jahrbuch 2007
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 22
von Uwe Friedrich

Vergriffen
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