Die Drei von der Glücksquelle

Freiberg, Lortzing: Rolands Knappen

Opernwelt - Logo

Rund zwanzig Opern und Singspiele hat Albert Lortzing bis zu seinem Lebensende anno 1851 komponiert. Jahrzehntelang standen davon nur «Zar und Zimmermann» und «Der Wildschütz» im ständigen Repertoire. Jetzt hat das Theater im mittelsächsischen Freiberg die 1849 in Leipzig uraufgeführte «Komisch-romantische Zauber­oper» mit dem Doppeltitel «Rolands Knappen oder Das ersehnte Glück» entdeckt.


Worum geht es? Nachdem der in Diensten Karls des Großen stehende Ritter Roland in Spanien gefallen ist, befinden sich seine drei Knappen namens Andiol (Sopran), Amarin (Tenor) und Sarron (Bariton) in einer verzweifelten Lage: ohne Herrn, fern der Heimat, ohne Sold und Brot. Da erscheint ihnen märchenhaft die Königin der Berge (Sprechrolle), schenkt dem Trio einen leeren Geldbeutel, der Gold herbeizaubern kann, ein Tischtuch, das sich von allein mit erlesenen Speisen und Getränken deckt sowie eine Kappe, die ihren Träger unsichtbar macht. Mit diesen Zauberwaffen gelangen die drei Knappen an den Hof des Königs von Leon Garsias (Bass), der pleite ist und deshalb seine hübsche Tochter Isalda (Sopran) an einen reichen Chinesen namens Tuta­­tu (Tenorbuffo) verheiraten möchte. Den Fortgang der Handlung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2005
Rubrik: panorama, Seite 42
von Gerhard Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
Die Kinder des Orpheus

Wäre Robert Musil Zeuge dieses in vielerlei Hinsicht aufschlussreichen Abends geworden, er hätte vermutlich ein verschmitztes Lächeln aufgesetzt. Wieder einmal waren sich hier jene zwei Wesenheiten (oder auch: Denk- und Existenzmodelle) begegnet, die Musil in seinem unvollendeten Roman «Der Mann ohne Eigenschaften» so kongenial hatte aufeinander stoßen lassen: der...

Postmoderne Geschichte

Das war die kurzweiligste Geschichtsstunde, die ich je erlebte: «Garibaldi en Sicile» von Marcello Panni, uraufgeführt an Neapels Teatro San Carlo. Thema des his­to­rischen Bilderbogens ist die Befreiung und Eroberung Siziliens durch Garibaldis Freiwilligenregiment im Jahr 1860, die der Herrschaft der neapolitanischen Bourbonen über Süditalien ein Ende bereitete....

Sprachmusik

Samuel Becketts späten Texten kommt man vielleicht am nächsten, wenn man sie als absolute Musik versteht. Die Sprache und ihre Elemente – Laute, Silben, Wörter – sind hier so kombiniert, dass der performative Akt der Rezitation, dass Rhythmus, Melodie und Artikula­tion zum eigentlichen Medium der Sinnstiftung werden. Ob Dialog oder Prosastück – das letzte...