Diamanten schleifen

Die vierte internationale Opernwerkstatt Waiblingen widmet sich Mozart

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Die erste Orchesterprobe ist ein wenig ernüchternd: Nach vier Tagen intensiven Unterrichts und Proben mit Klavierbegleitung spürt man deutlich, wie die Stipendiatinnen und Stipendiaten mit der Dynamik eines großen Instrumentenapparats noch fremdeln. Es klappert an Nahtstellen, die Meinungen über Tempi gehen bisweilen auseinander. Offenbar fehlt ein Stück Erfahrung. Dirigent Vlad Iftinca arbeitet mit konzisen Hinweisen an der Koordination mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, denn die Zeit ist knapp, das Abschlusskonzert naht mit Riesenschritten.

150 Bewerbungen gab es, darunter allein 90 von Sopranistinnen (!), zwölf Bewerberinnen und Bewerber aus zehn Nationen wurden ausgewählt, ein Tenor erkrankte – sodass elf übrig blieben für ein strammes Programm: Der Tag beginnt mit Atemübungen und Mentaltraining, dann folgt bis abends Unterricht, unterbrochen nur von einer Mittagspause. Die meisten Unterrichtseinheiten mit Melanie Diener und Thomas Hampson sind öffentlich zugänglich, ein bewusst eingebauter Stressfaktor, denn er bietet den Stipendiatinnen und Stipendiaten das, was ihnen vielleicht am meisten fehlt: ein Publikum, eine direkte Resonanz.

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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Regine Müller

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