Der Wutbürger schießt

Auber: La Muette de Portici DARMSTADT | STAATSTHEATER

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Richard Wagner verehrte zeitlebens Daniel-François-Esprit Aubers «Muette de Portici». Das Stück war für ihn ein prägendes Jugenderlebnis, nicht nur wegen des spektakulären Sujets des neapolitanischen Lazzaroni-Aufstands von 1647 und des tragischen Scheiterns seines charismatischen Führers Masaniello, der wie ein Schatten die Konzeption von «Rienzi» begleiten wird, sondern vor allem wegen der «ungewohnten Konzision und drastischen Gedrängtheit der Form […] fast wirkliche Musik-Bilder» habe man vor sich zu sehen geglaubt.

Wie Musik zu Bildern werden kann, führte Aubers ingeniöse Idee vor, die Titelrolle der Fenella als stumme Pantomime zu einem elaborierten Orchestersatz anzulegen, der im Laufe des Werks durch Rückerinnerungen immer sprechender wird, bis seine Rede unter dem Donner des Vesuvs untergeht.

Wie aber heute einen vordergründig eher pittoresken Historienschinken auf die Bühne bringen? Und dies in einem Moment, in dem das Publikum angesichts der Weltlage kaum noch «Aktualisierungen» braucht? Der Regisseur Paul-Georg Dittrich und sein erfindungsreicher Bühnenbildner Sebastian Hannak wählen einen durchaus gut gedachten Ansatz: Eine Zeitreise bringt uns aus der erzählten Zeit ...

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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Klaus Heinrich Kohrs

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