Der Widerspenstigen Zähmung

Verdi: Otello
NEAPEL | TEATRO SAN CARLO

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Die Hoffnungen waren immens, wurden aber nur zur Hälfte erfüllt: Die mit Spannung erwartete Saisoneröffnung am Teatro San Carlo in Neapel zum Auftakt der Intendanz von Stéphane Lissner (der den Neapolitanern versprochen hat, künftig Großes zu leisten) mit Verdis «Otello» geriet – in Anwesenheit von Italiens Präsident Sergio Mattarella und zahleichen Prominenten – zu einem Triumph für die musikalischen Protagonisten. Die Inszenierung von Mario Martone hingegen wurde vom traditionell konservativen neapolitanischen Publikum eher reserviert aufgenommen.

Martone verlegt den Schauplatz, etwas willkürlich, in den Nahen Osten, wo eine Friedensarmee zur Unterstützung der Bevölkerung eingesetzt wird, und Jago, warum auch immer, sein Geld mit Schmuggelgeschäften verdient. Zu Beginn ähnelt die (von Pasquale Mari wunderschön ausgeleuchtete) Bühne Margherita Pallis einem Feldlazarett, später verwandelt sie sich in einen Dorfplatz mitten in der Wüste. Auch Desdemona ist in dieser militärisch dominierten Welt eine Soldatin und damit dem Feldherrn Otello beinahe schon ebenbürtig. Selbstbewusst, wie sie ist, lässt sie sich nicht einfach so zur Schlachtbank führen. Diese Desdemona leistet ...

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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Guy Chequi

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