Der Unsichtbare
Herr Pearson, welche Aufgaben hat eigentlich ein Korrepetitor?
Die Vorbereitung der Sänger in allen Aspekten: korrekte Intonation, Rhythmus, Notenwerte, Phrasieren, Atmen, Dynamik, Text, Aussprache, einfach alles. Nach 39 Jahren im «Business» traue ich mir auch ein Urteil über die Gesangstechnik zu, schlage vor, was besser gemacht werden könnte. Und es hilft, wenn man die Partituren sehr gut kennt, die Orchestration etwa, um den Sängern sagen zu können, wo sie etwas mehr geben müssen, wo sie «sparen», sich zurückhalten dürfen.
Natürlich muss der Repetitor auch die Klavier-Bühnenproben spielen. Das erfordert große Flexibilität; in Wien machen wir manche Werke manchmal mit zwei, drei verschiedenen Dirigenten, die völlig unterschiedliche Auffassungen haben, Tempi, Dynamik und so weiter, darauf muss man sich einstellen können. Und im Grunde sollten auch Korrepetitoren, die nie Dirigent werden wollten – wie ich – im Stande sein, eine Vorstellung vom Dirigentenpult zu retten.
Haben Sie ein Dirigierstudium absolviert?
Ein spezifisches Studium nicht. Die basics habe ich am London Opera Center gelernt. Aber noch mehr habe ich von der Praxis profitiert, in Coburg und Heidelberg, wo ich ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Gerhard Persché
Salzburg
Wagner bei den Salzburger Festspielen, das war eher selten – und meist etwas Besonderes. Etwa als Toscanini «Die Meistersinger» dirigierte. Im Wagner-Jahr 2013 nimmt sich nun Daniele Gatti dieses Stück vor, Stefan Herheim (Foto) inszeniert. Michael Volle singt den Hans Sachs, Roberto Saccà den Stolzing.
Aix-en-Provence
Wenn Patrice Chéreau Oper inszeniert,...
Herr Pisaroni, Ihre Popularität in Deutschland ist nicht so hoch wie die von Ildebrando d’Arcangelo oder Erwin Schrott. Braucht man immer noch CDs, um berühmt zu werden?
Sieht fast so aus. Jonas Kaufmann hat mir einmal gesagt: «Mich gibt es doch schon so viele Jahre! Jetzt plötzlich erst geht es los.» Das lag an seinen CDs, mit denen er spät angefangen hat. Dass ich...
Mit seiner abendfüllenden komischen Oper «Lo frate ’nnamorato» (Der verliebte Bruder, 1732), seiner ersten Arbeit in diesem Genre, hatte der 22-jährige Giovanni Battista Pergolesi in Neapel einen durchschlagenden und anhaltenden Erfolg. Das Libretto steht in der Tradition der neapolitanischen (Dialekt-)Komödie. Der Findling Ascanio liebt Nena und Nina und kann sich...
