Der Unsichtbare

Korrepetitoren bleibt öffentliche Anerkennung meist versagt, weil ihre Arbeit quasi hinter verschlossenen Türen vonstatten geht. Dabei leisten sie Beachtliches,wie jüngst James Pearson mit seinem Einspringer für Franz Welser-Möst während einer «Parsifal»-Vorstellung an der Wiener Staatsoper bewies. Er macht den Job seit 39 Jahren. Ein Gespräch über einen verkannten Berufsstand

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Herr Pearson, welche Aufgaben hat eigentlich ein Korrepetitor?
Die Vorbereitung der Sänger in allen Aspekten: korrekte Intonation, Rhythmus, Notenwerte, Phrasieren, Atmen, Dynamik, Text, Aussprache, einfach ­alles. Nach 39 Jahren im «Business» traue ich mir auch ein Urteil über die Gesangstechnik zu, schlage vor, was besser gemacht werden könnte. Und es hilft, wenn man die Partituren sehr gut kennt, die Orchestration etwa, um den Sängern sagen zu können, wo sie etwas mehr geben müssen, wo sie «sparen», sich zurückhalten dürfen.

Natürlich muss der Repetitor auch die Klavier-Bühnenproben spielen. Das erfordert große Flexibilität; in Wien machen wir manche Werke manchmal mit zwei, drei verschiedenen Dirigenten, die völlig unterschiedliche Auffassungen haben, Tempi, Dynamik und so weiter, darauf muss man sich einstellen können. Und im Grunde sollten auch Korrepetitoren, die nie Dirigent werden wollten – wie ich – im Stande sein, eine Vorstellung vom Dirigentenpult zu retten.
 

Haben Sie ein Dirigierstudium absolviert?
Ein spezifisches Studium nicht. Die basics habe ich am London Opera Center gelernt. Aber noch mehr habe ich von der Praxis profitiert, in Coburg und Heidelberg, wo ich ...

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Opernwelt August 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Gerhard Persché

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