Der Tod und die Frauen
Für medientaugliche Themen und lukrative Nischen im Kulturbetrieb hatte der Autor und Regisseur Michael Sturminger schon immer eine gute Nase. Vor fünf Jahren zum Beispiel, als ganz Österreich sich zum 250. Geburtstag des Wolferl aus Salzburg im Mozart-Rausch befand, schrieb er das Libretto zu einer Oper mit dem schönen Titel «I hate Mozart» (Musik: Bernhard Lang). Wenig später drehte er einen Dokumentarfilm über das Malibran-Projekt Cecilia Bartolis.
Und irgendwie hat er es geschafft, den amerikanischen Schauspieler John Malkovich («Dangerous Liaisons») für eine Performance über den Serienkiller Jack Unterweger zu gewinnen. Zur Premiere im Ronacher 2009 war Wiens Kulturschickeria nahezu vollständig erschienen. Und auch danach hielt der Hype an.
Klar, alle wollten Malkovich sehen. Aber mindestens so zugkräftig war der Fall, den Sturminger im Verein mit seinem Musikpartner Martin Haselböck aufrollte – die heillose Geschichte eines wegen Mordes verurteilten Hochstaplers, der auf Betreiben zahlreicher Intellektueller 1990 nach 16 Jahren Haft begnadigt und dann in der Bohème als «Star» herumgereicht wurde. Unterweger hatte im Knast zu schreiben begonnen und so die Aufmerksamkeit von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | DVDs, Seite 30
von Albrecht Thiemann
Auch eine Gesellschaftsdame kann einsam sein. Und umgekehrt: Manche Einsame träumt sich ihre Gesellschaft zusammen – und eine Liebesgeschichte dazu. In Hannover gibt Violetta Valéry keine turbulenten Feste, nascht nicht von der Idylle des Landlebens und kehrt auch nicht in die Pariser Demimonde zurück. Hier ist sie allein zu Haus und wird es bleiben. Dafür sorgt...
Ist das eine neue Lebensphase: Michael Volle als Heldenbariton?
Vor einiger Zeit habe ich zu meiner Managerin gesagt: Ich will, bevor ich aufhöre, in ferner, ferner Zukunft also, auch noch einmal einen Papageno singen. Ich möchte mich also nicht von irgendwelchen Fächern verabschieden.
Kann man den Wotan erst ab einem bestimmten Alter singen?
Die Partie erfordert...
In Deutschland kennt man Raffaello de Banfield, wenn überhaupt, nur aus Künstlerbiografien als Freund bedeutender Künstler, darunter Herbert von Karajan und Maria Callas. Er war daneben aber ein fruchtbarer und in vielen Genres wirkender Komponist, auch ein erfolgreicher Musikmanager, der von 1972 bis 1996 das Teatro Giuseppe Verdi in Triest leitete. Von 1978 bis...
