Besuche bei der alten Dame

Raffaello de Banfields Einakter «Lord Byron’s Love Letter» als CD-Premiere

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In Deutschland kennt man Raffaello de Banfield, wenn überhaupt, nur aus Künstlerbiografien als Freund bedeutender Künstler, darunter Herbert von Karajan und Maria Callas. Er war daneben aber ein fruchtbarer und in vielen Genres wirkender Komponist, auch ein erfolgreicher Musikmanager, der von 1972 bis 1996 das Teatro Giuseppe Verdi in Triest leitete. Von 1978 bis 1986 leitete er zugleich das Festival di due mondi in Spoleto. Das kompositorische Handwerk hatte der 1922 in England geborene und 2008 verstorbene Kosmopolit bei Gian Francesco Malipiero und Nadia Boulanger gelernt.

De Banfields Arbeiten sind wie die seines Freundes Gian-Carlo Menotti von einem rückwärtsgewandten Eklektizismus geprägt, doch bleibt seine Musik überwiegend europäischer Tradition verpflichtet.

Die Oper «Lord Byron’s Love Letter» basiert auf dem gleichnamigen Einakter von Tennessee Williams (1946), der auch selbst das Libretto schrieb. Die Handlung spielt in New Orleans im Haus einer alten Dame, die davon lebt, Touristen einen Liebesbrief von Lord Byron an eine junge Frau zu zeigen, in die sie sich selbst hineinprojiziert. Sie sitzt im Rollstuhl und lässt sich rund um die Uhr von ihrer Enkelin Ariadne ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | CDs, Seite 34
von Ekkehard Pluta

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