Der englische Patient

Die ENO kämpft um ihr Überleben und zeigt einen spannenden Bartók-Abend

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Die zweite und letzte Neuproduktion an der English National Opera (ENO) in dieser ansonsten aus Wiederaufnahmen bestehenden Spielzeit traf mit Lidiya Yankovskayas atmosphärisch dichtem Dirigat und Joe Hill-Gibbins’ spannender Lesart von Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg» trotz krankheitsbedingter Probleme ins Schwarze. Allison Cook, die eigentlich Judit verkörpern sollte, wurde dabei doppelt ersetzt: Jennifer Johnston sang die Rolle mit Noten in der Hand, Crispin Lord, Personalchef der ENO, übernahm den darstellerischen Part.

Damit waren gleich zwei «Schauspieler» auf der Bühne zu erleben, denn Leo Bill sprach nicht nur den Dialog, sondern wirkte fortan als Faktotum des Burgherrn mit. John Relyea wie auch Jennifer Johnston brillierten mit satten Stimmen und hatten so keinerlei Mühe, sich über den großdimensionierten Orchesterklang hinwegzusetzen. Allerdings sangen sie ihre Partien in der Originalsprache.

Die Politik des Hauses, Aufführungen stets auf Englisch durchzuführen, ist sicherlich zu zentral für das Image des Unternehmens, als dass man daran rütteln könnte; schon gar nicht in einer Zeit, in der der Fortbestand der ENO in Frage steht. Bedroht wird die Compagnie von ...

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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Magazin, Seite 84
von George Hall

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