Unterwegs - aber wohin?
Herr Tsangaris, Herr Ott, wenn man auf die inzwischen ziemlich lange und reiche Geschichte der Münchener Biennale blickt, kann man vielleicht zunächst zwei Phasen unterscheiden. Gründer Hans Werner Henze setzte gern auf junge Künstlerinnen und Künstler, auch aus seinem unmittelbaren Umfeld, Peter Ruzicka als zweiter Biennale-Chef wollte vor allem Komponistinnen und Komponisten, die noch nie zuvor fürs Musiktheater geschrieben hatten. Nach diesem «Erstlingsfestival» kam 2010 die Doppelspitze mit Ihnen beiden.
Was war – und ist – die Grundidee, was wollten Sie verändern?
Ott: Wir wollten schon auch an die Anfänge des Festivals zurück. Also vor allem junge Komponierende vorstellen. Allerdings nicht unbedingt mit Erstlingswerken. Und wir wollten den Titel der Biennale ernst nehmen: Festival für neues Musiktheater. Und zwar die ganze Bandbreite, was im Musiktheater möglich ist. Also nicht nur Kammeroper, sondern auch Musiktheater im öffentlichen Raum, diskursives Theater, Co-Autorenschaften. Die Teamarbeit ist uns ganz wichtig gewesen.
Nehmen wir mal ein Beispiel aus dem aktuellen Festival. Was entstand da auf diese Weise?
Ott: Beim Projekt «Die neuen Linien» ist der Teamgedanke ...
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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Jörn Florian Fuchs
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