Der 11. September
Er wurde ein echter amerikanischer Held: Rick Rescorla, die Hauptfigur der neuen Oper von Christopher Theofanidis und der Librettistin Donna DiNovelli. Geboren und aufgewachsen im englischen Cornwall kämpfte er zunächst als Söldner in Rhodesien, bevor er sich bei der US-Armee als Freiwilliger meldete und im Vietnamkrieg durch Tapferkeit auszeichnete. Seine größte Heldentat leistete er jedoch erst als Sicherheitschef des im World Trade Center ansässigen Finanzunternehmens Morgan Stanley. Dass am 11.
September 2001 nahezu sämtliche 2700 Mitarbeiter der Firma aus dem Gebäude entkommen konnten, war nicht zuletzt das Verdienst dieses Mannes. Um Nachzüglern zu Hilfe zu eilen, kehrte Rescorla nochmals in das brennende Gebäude zurück – und kam nicht mehr heraus.
Man kann sich der Tragik dieser Geschichte schwer entziehen. Dabei will Theofanidis mit seiner zum zehnten Jahrestag der Anschläge von David Gockley, dem Direktor der San Francisco Opera, in Auftrag gegebenen Oper vor allem in Erinnerung rufen, dass große Helden nicht notwendig auch mit großer Dramatik agieren. So kam es, dass die Uraufführung ungeachtet der starken, teils herausragenden Besetzung zu keiner Zeit mit jener ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Joshua Kosman
Könnte von Eichendorff sein: Ein Graf lebt in einem einsamen Schloss und ist mit der Geisterwelt im Bunde. Doch dann schlägt Byron durch: Manfred leidet selbstmordtrunken schreckliche innere Qualen, hervorgerufen durch die heftige Liebe zu seiner Schwester Astarte. Vergebung ist unerreichbar, Tod sein einziges Verlangen – Erlösung, Notwendigkeit und Konsequenz in...
Für medientaugliche Themen und lukrative Nischen im Kulturbetrieb hatte der Autor und Regisseur Michael Sturminger schon immer eine gute Nase. Vor fünf Jahren zum Beispiel, als ganz Österreich sich zum 250. Geburtstag des Wolferl aus Salzburg im Mozart-Rausch befand, schrieb er das Libretto zu einer Oper mit dem schönen Titel «I hate Mozart» (Musik: Bernhard Lang)....
Als die vormals Städtische Oper Berlin, nunmehr in Deutsche Oper umbenannt, vor einem halben Jahrhundert in ihr neues Haus an der Bismarckstraße einzog, war das nicht nur ein herausragendes kulturelles, sondern auch ein politisches Ereignis. Wenige Wochen zuvor war die Mauer gebaut worden, dem Westberliner Opernhaus entstand daraus eine zusätzliche Verpflichtung:...
