Das Tier im Sänger

Ein deutscher Bariton als Rigoletto? Selten, so etwas. Markus Brück aber ist im italienischen Fach gefragt. Eine Stimme mit Volumen, Schmelz – und Tito-Gobbi-Schwärze. Er ist seit Jahren an der Deutschen Oper Berlin engagiert.

Opernwelt - Logo

Herr Brück, Sie wirken vom Typus her robust. Sind Sie es?
Ich kann eine Menge einstecken, das ist richtig. Man muss es können. In dem Moment, wo man sich öffentlich präsentiert, wird man auch öffentlich angreifbar.

Als dünnhäutig würden Sie sich nicht bezeichnen. Aber als normal?
Schon, aber mit einer gesunden Portion Schamlosigkeit. Ich denke, das ist sogar ein wichtiger Bestandteil meines Berufs. Freilich gibt es Grenzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mich pro Vorstellung zweitausend Leute nackt sehen wollen.



Wann sind Sie zum Beispiel schamlos?In den «Carmina Burana», inszeniert von Götz Friedrich, zieht sich der Bariton bis auf die Unterhose aus. Im Kontext der Regie eine eher witzige Szene – da stört dann der Waschbärbauch auch nicht so sehr. Ein anderes Beispiel: der Michael-Jackson-Griff im «Barbier von Sevilla» von Katharina Thalbach. Sich nonchalant in den Schritt zu fassen – dazu gehört Schamlosigkeit. Die Thalbach hat bei den Proben einfach gesagt: «Ich stell mir da einen kleinen Italiener vor, zwischen acht und zehn Jahren, der das ganz beiläufig tut.» Oder wieder bei Götz Friedrich: In dessen «Matthäus-Passion» sollte ich als Jesus bis auf einen Lendenschurz ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2012
Rubrik: Interview, Seite 32
von Kai Luehrs-Kaiser

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ins Offene, Freunde

Vera Nemirovas lebhafte und detailreiche Frankfurter «Ring»-Interpretation ist sicher ein gewichtiger Grund dafür, dass geplante Gesamtaufführungen auf Anhieb für ein ausverkauftes Haus sorgten. Und zwar, bevor mit «Götterdämmerung» überhaupt der Schluss des Unternehmens erreicht war. Dieses Finale versetzte die bisher virtuos kompilierte, nach der gewitzten...

Absagen, Zusagen und ein Abschied

Eine eher lakonische Mitteilung fand sich im Januar auf der Homepage des Theaters an der Wien: «Aufgrund von nicht überbrückbaren Auffassungsunterschieden über die künstlerische Gestaltung und Umsetzung des Programms ab 2015 haben die Bregenzer Festspiele und Intendant Roland Geyer die Zusammenarbeit einvernehmlich gelöst.»

Dem Vernehmen nach hatte Geyer vor,...

Spielpläne

Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung,
Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung


Deutschland

Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
Bühne
• Die Fledermaus: 1., 9., 16.
• Un ballo in maschera: 3., 14., 23.
• 3. Familienkonzert...