Das klinget so herrlich

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Vor einem Jahr war eben mein Buch über die digitale Revolution und über die Chancen und Risiken für die Kunst im Internet erschienen («World Wide Wunderkammer», Edition Körber). Vorschlag: das Internet nicht dem Unsinnigen und Hassenswerten zu überlassen, sondern es zu nutzen zur Ermöglichung ästhetischer Erfahrung, auch des Musiktheaters, und vielleicht einfallsreicher als bisher.

Dann kam der Lockdown, es begann das Streaming ohne Ende, manchmal auch ohne Sinn und Verstand, und ich musste gefühlt hundert Mal die Frage beantworten, ob das digitale Abbild denn nun das analoge Original ersetzen solle. Natürlich nicht! Tausend oder mehr Menschen im Saal, während hundert oder mehr da vorne Kunst machen: Man sollte das als eine zivilisatorische Errungenschaft hochschätzen. Aber denen, die nicht dabei waren, einen Eindruck zu vermitteln, was da war; oder noch einmal zurückschauen zu können, den Vergleich zu ermöglichen; oder auch: die filmische Umsetzung selbst als Kunst zu erkennen – das sind doch ein paar gute Gründe für Streaming (mit Sinn und Verstand).

Ich habe im letzten Jahr manches Schöne auch auf dem Sofa zu Hause gesehen, das «analog» so nicht möglich gewesen wäre; ...

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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 118
von Holger Noltze (Köln)

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Impressum Jahrbuch 2021

62. Jahrgang, Jahrbuch 2021
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISBN     978-3-942120-35-7
Best.-Nr.     752967

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Unter Tränen

Die Gesten der Musikerinnen und Musiker des Balthasar-Neumann-Ensembles stehen für mich symbolhaft für diese – unglaublichen – zurückliegenden zwölf Monate. Wie sie sich am 1. November, nach einer Matinee im Festspielhaus Baden-Baden, unter Tränen voneinander verabschiedeten, sich in den Armen lagen. Im Wissen, dass tags darauf eine neuer Lockdown kommen würde, de...

Alles auf Anfang?

Beginnen wir mit einem Zitat von Carolin Emcke, aus deren Pandemie-Tagebuch: «Wenn wir jetzt nicht nachweisen, was wir können, wenn wir jetzt nicht begründen, warum es uns, die wir Geschichten erzählen, fiktive oder nicht-fiktive, die wir die Wirklichkeit verwandeln oder beschreiben, die wir Trost spenden oder Wissen vermitteln, die wir Wörter oder Konzepte wiegen...