Das ist ja nicht wie bei «scrambled eggs»...

Der Tenor Michael Schade über Mozarts zerrissene Herrscher­figuren, den Liebesfrust von Müllersburschen, die Unterschiede zwischen einem Beatles-Song und einem Schubert-Lied und die ­Dummheit des Elfenbeinturms

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Herr Schade, hinter Ihnen liegt quasi eine Phase konzentrierten Herrschertums im Geiste Mozarts: Im vergangenen halben Jahr ­haben Sie als Lucio Silla, Idomeneo und Titus auf der Bühne gestanden. Was verbindet diese Figuren, was trennt sie?
Alle drei verbindet ein ganz großer innerer Schmerz. Titus ist ein Herrscher, der eigentlich nicht regieren will und der dadurch, dass er allen vergibt, aber eigentlich nicht richtig zuhört, ein Vakuum von Macht kreiert.

Lucio Silla ist auch ein Leidender, aber zugleich ein in sich selbst verliebter großer Herrscher, dessen Wahn dadurch entsteht, dass er alles beherrschen kann, nur die Liebe nicht. Idomeneos Problem ist ein Urtyp der  Literatur- und Religionsgeschichte, der Vater, der den Sohn opfern muss, eine Abraham-Isaak-Geschichte. Es ist die vielleicht persönlichste der drei Opern, geprägt durch Mozarts Beziehung zu seinem Vater; er hat sie ja auch sehr geliebt.

Adorno hat das Genre Oper schon Ende der 1950er Jahre für passé erklärt und immer wieder darauf hingewiesen, dass heute dem Individuum jene Bedeutung, die es in der Oper noch hat, nicht mehr zukommt.
Das sehe ich nicht so. Auch in Zeiten vermeintlicher subjektiver Ohnmacht fühlt jeder ...

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Opernwelt Mai 2007
Rubrik: Interview, Seite 36
von Gerhard Persché

Vergriffen
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