Countertreff

Tim Mead erobert sich den Kontinent Purcell, Valer Sabadus geht der Verbindung zwischen Farinelli und Metastasio nach, Jakub Józef Orliński debütiert mit Raritäten der Sakralmusik

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Er war groß, athletisch und charmant, trug Spitzbart und ständig eine Pfeife im Mund – außer natürlich bei seinen Konzertauftritten. Und er führte stets Fotos seiner Kinder mit sich, zum Beweis, dass eine hohe Stimme im männlichen Körper nichts mit reduzierter Virilität zu tun haben musste: Alfred Deller. Insbesondere dem Contra-Tenor aus dem englischen Margate ist es zu verdanken, dass die bis dahin lange verstummte Kunst des Falsettgesangs nach dem Zweiten Welkrieg wieder eine konkrete Stimme bekam.

Als Deller im Alter von 67 Jahren 1979 starb, hatte diese Art des Singens in höheren Sphären bereits feste Wurzeln geschlagen – und das ganz ohne Beteiligung des «coltellino», des Messerchens. Nach einer zweiten Generation der «neuen» Countertenöre wie James Bowman, Paul Esswood, René Jacobs in den 1970er-Jahren war bereits eine dritte auf dem Weg (unter anderem mit Jochen Kowalski). Heute sind wir, wenn man diese Aufstellung berücksichtigt, bei der sechsten angelangt, repräsentiert unter anderen durch Valer Sabadus und Tim Mead, deren Recitals hier besprochen werden. Mit dem jungen Jakub Józef Orliński scheint aber schon eine siebte Generation die Bühne zu betreten.

Tim Mead ist ...

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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Gerhard Persché

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