Comic dell'Arte

Schostakowitsch: Die Nase
BASEL | THEATER

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Den Schlüsselsatz zu dem Stück hat der Autor selbst geschrieben: «Wie können sich Schriftsteller solche Sujets aussuchen? [...] Erstens hat das Vaterland nicht den geringsten Nutzen davon; zweitens – aber auch zweitens ist kein Nutzen dabei …» Herbert Fritsch muss die letzten Worte aus Nikolai Gogols Erzählung «Die Nase» von 1836 geradezu inhaliert haben, als er sich ans Regiewerk der gleichnamigen, 1930 uraufgeführten Oper Schostakowitschs machte. An dieser absurden und doppelbödigen Groteske kann sich jemand wie er so richtig abarbeiten.

Und genau das tut er auch in seiner Neuinszenierung für das Theater Basel.

Wobei der «Comic dell’Arte», eine Gattung, für die der 70-Jährige das Urheberrecht reklamieren kann, keinesfalls nur bunter Klamauk ist. Fritsch stellt durchaus die Frage nach dem «Nutzen», allerdings auf seine Art. Er begreift diese Farce als ein geistiges Potemkin’sches Dorf. Viel Lärm um nichts, viel Aufruhr um etwas, was alle glauben, gesehen zu haben, was aber gar nicht den Tatsachen entspricht. So betrachtet, wären Fritschs russische Kleinstädter eine Art Querriecher: Menschen, die, den seiner Nase angeblich verlustig gegangenen Kowaljow eingeschlossen, auf ihrer ...

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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Alexander Dick

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