Charmant verschroben
Die Effekte sind schon ziemlich spektakulär: Dass Peter Pan und seine Londoner Freunde über die Bühne fliegen, wird natürlich erwartet. Aber der Junge, der niemals erwachsen werden will, kann auch Wände hochlaufen, und in Jason Southgates puppenstubigem Bühnenbild gibt es eine Eisenbahn-Strecke, über die nicht nur altmodische U-Bahn-Waggons ruckeln, sondern auch die Schreibtische der Angestellten von Vater Darling, die Riesenbauklötze der Nimmerland-Jungsbande oder eine Haifischflosse auf Rädern.
Die Fee Tinker Bell ist dagegen ausschließlich als Projektion präsent – was ihr die angemessene magische Aura bewahrt.
Seit mehr als zehn Jahren ist man an der Komischen Oper stolz darauf, Musiktheater für die ganze Familie nicht nur auf Nebenschauplätzen, sondern im großen Saal anzubieten. Mit vollem Orchester, Solisten des Hauses sowie dem von Dagmar Fiebach formidabel betreuten Kinderchor. Prächtige Kostüme hat Nicky Shaw entworfen, kunterbunt für die Piraten, historisch-viktorianisch für die Londoner Bürgergesellschaft. Very British wirkt die ganze Optik, charmant verschroben und geistreich anspielungsvoll. In der Tat handelt es sich bei Keith Warners Inszenierung um ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Frederik Hanssen
Obwohl ihre sängerische Laufbahn über vier Jahrzehnte währte und sie eine Vielzahl von Aufnahmen hinterlassen hat, ist der Name der großen kanadischen Altistin Maureen Forrester (1930-2010) wohl nur noch Kennern ein Begriff. Auf der Opernbühne hat sie nur wenige (allerdings markante) Spuren hinterlassen; ihre Welt war das Konzertpodium. Seit der Begegnung mit...
Jubilare
Grace-Melzia Bumbry kam 1937 in St. Louis, Missouri, zur Welt. Nach dem Studium, u. a. an der Boston University und der Music Academy in Santa Barbara, gelang ihr rasch der internationale Durchbruch: 1960 sang sie in Paris die Amneris in Verdis «Aida» und wurde daraufhin von Wieland Wagner 1961 zu den Bayreuther Festspielen eingeladen, wo sie unter...
Händels Zeitgenossen taten sich schwer mit seinem musical drama «Hercules», in dem sich Traditionen der Oper und des Oratoriums vermischen. Heute gilt das Werk als eines der packendsten des Komponisten, das sich, anders als zur Zeit Händels, mit den Mitteln des modernen Theaters auch auf der Bühne realisieren lässt. Für Luc Bondy war «Hercules» die erste und...
