Lenas Welt

Die Deutsche Oper Berlin lüftet «Das Geheimnis der blauen Hirsche»

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Die eine Farbe. Blau. Schon im Alten Testament findet sie Erwähnung (Exodus 28, 5-35) und ebenso in Homers «Ilias». Blau, das steht, je nach philosophisch-anthropologischem Kontext, für vieles: für zwiespältige Tiefe, für Jungfräulichkeit, für Bewusstsein und Weisheit (dharma-dhatu), für sanfte, ätherische Stimmung, für Ausschweifung, die Sehnsucht nach dem Reinen. Mochte der Deutschen liebster Dichter auch spötteln, Blau sei ein «reizendes Nichts», so hat die Faszination Blau doch bis heute Bestand.

Und hat, gegen Goethe, einen veritablen Zeugen auf ihrer Seite: «Ich muss eine Weile ruhig sein», sagt Albinus, ganz und gar verzückt seiner Todesvision zugeneigt, in Nabokovs Roman «Gelächter im Dunkel», «und dann ganz langsam weitergehen, entlang an diesem grellen Schmerzenslaut, hin zu dieser blauen, blauen Welle. Welche Wonnen birgt das Blau. Ich wusste gar nicht, wie blau Blau sein kann.»

Lena wusste es vermutlich auch nicht. Und ebenso wenig, dass es blaue Hirsche gibt. Eines Tages aber lösen sich diese wundersamen Tiere aus einer Vase heraus, schweben zu ihr hin, und schwupps, mit einem Blick hat Lena ihr ganz persönliches Geheimnis. Nur: wie damit umgehen? Es  ...

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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Jürgen Otten

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