Bretter, die viel Geld bedeuten
Wenn es nach Barrie Kosky geht, schlägt das Herz der Komischen Oper künftig im Dreidrittel-Takt. «Wir sind in einer der besten Locations in der Mitte Berlins», sagt der Intendant. «Das bedeutet, wir müssen hier eine durchdachte architektonische Dramaturgie entwickeln. Bei der erzählen wir zwei Geschichten aus der Vergangenheit und eine aus der Zukunft.» Hier überlagern sich nämlich Zeitschichten aus der Kaiser- und der DDR-Zeit, hinzukommen wird ein Neubau für Probensäle und Büros direkt neben der Bühne.
Wie im Ökosystem eines Gartens soll dieses Trio zur organischen Einheit verschmelzen, erhofft sich Kosky.
2023 zieht die Belegschaft in den Westen der Stadt um, ins Schillertheater, wo bereits Daniel Barenboims Staatsoper während ihrer Sanierung logierte. Diesmal aber, so versprechen alle Beteiligten, wird es kein Baustellen-Debakel geben wie Unter den Linden, wo sich die Fertigstellung um vier Jahre verzögerte und die Kosten auf 440 Millionen Euro anstiegen.
Begonnen hat die Geschichte des Hauses in den Goldgräberjahren des Deutschen Reichs. 1892 wurde zwischen Unter den Linden und Behrenstraße ein Entertainment-Center errichtet, dessen Fassaden mit wilhelminischem Pomp ...
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Opernwelt April 2020
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Frederik Hanssen
Smetana, ein «großer Komponist»? Als 21. Name hat der Außenseiter aus Litomyšl seinen Platz gefunden in der vor 39 Jahren begründeten Reihe des Laaber-Verlags. Für den im Dezember 2018 verstorbenen Hans-Klaus Jungheinrich war der Schöpfer der «Moldau» sehr wohl ein «großer Komponist». In zehn Kapiteln deutet er an, wie viel in der tschechischen Musik des 19....
Nein, kein Buch mit sieben Siegeln. Aber in Bonn braucht es seine Zeit, bis es aufgeschlagen wird. Unübersehbar beherrscht es die Bühne, die Reinhild Hoffmann diesmal selbst ausgestaltet hat, geradezu einschüchternd in seiner Erhabenheit. Es könnte sich dabei um die Bibel handeln, die dem zweiten Teil des Doppelabends, dem Beethoven-Oratorium «Christus am...
Viereinhalb Jahrhunderte – wer vermag eine solche Zeitspanne zu fassen, mit lebendiger Geschichte zu füllen? Die Staatskapelle Berlin feiert 2020 den 450. Jahrestag ihrer ersten Erwähnung. Als Kurbrandenburgische Hofkantorei bzw. Hofkapelle wurde sie im 16. Jahrhundert ins Leben gerufen, mit einer größeren Anzahl von Sängern und einer weit geringeren an...
