Bratislava: Der unverwüstliche Wüstling
Es beginnt ohne Orchester mit einem faszinierenden Klangsymbol. Eine knabenhaft helle, gleißende Sopranlinie fährt wie ein Lichtbogen durch den dunklen Raum. Auffällig an dem ansonsten schlichten Melisma das Tritonus-Intervall, als traditioneller diabolus in musica hier Vorbote von Verhängnis. Tatsächlich erscheint das periodisch im Stück wiederkehrende Vokalzeichen, zunächst nur sanft verhallend, von Mal zu Mal verzerrter, schließlich klirrend-fröstelig und markerschütternd gruselig wie die nervenrüttelnde Horror-Soundscape eines David-Lynch-Films.
Die dramaturgische Funktion dieses «Leitmotivs» ist sonnenklar: Es geht um die opernhaft-akustische Kennzeichnung dessen, was mit dem fatalen Porträt Dorian Grays geschieht. Während dieser leibhaftig als unveränderlich ephebenhaft strahlender Beau eine Bahn der Ausschweifungen, ja des Verbrechens durchläuft, setzen sich die Spuren dieses Lebens in dem Bildnis ab, das, damit gewissermaßen zum sündentragenden Lammgottes werdend, zunehmend Fürchterliches offenbart. Schließlich wird es für Dorian so zum Menetekel, dass er mit einem Messer auf die Leinwand einsticht – und dabei sich selbst tötet. In Verfilmungen des Oscar-Wilde-Stoffes erlebt ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Hans-Klaus Jungheinrich
arte
1.1. – 5.00 Uhr
7.1. – 5.10 Uhr
Naganos Kinderlieder.
Japanische Kinderlieder aus dem 19. Jahrhundert, neu arrangiert von Kent Nagano und Jean-Pascal Beintus.
1.1. – 18.05 Uhr
Neujahrskonzert 2014
aus dem Teatro La Fenice in Venedig. Orchester und Chor des Teatro La Fenice, Diego
Matheuz. Solisten: Lawrence Brownlee, Carmen Giannattasio.
3./9.1. – 5.00 Uhr
Ein Ball...
Die letzten Dinge. Haben sie eine besondere Kraft, oder neigen wir dazu, sie ihnen anzudichten? Händel konnte die Uraufführung seines letzten originalen Oratoriums «Jephtha» im Februar 1752 nur noch mit Mühe dirigieren. «He breaks very much & I think he is quite blind in one eye», beobachtete der Gelehrte James Harris. Purcell hatte 1695 noch weniger Glück mit «The...
Crossover? Da hebt sich in Deutschland noch immer manche Braue – wie man in den diversen Internetforen, die sich mit E und U beschäftigen, feststellen kann. Denn die Kategorien der E-Musik – von Beamten des 19. Jahrhunderts erfunden und Sammelbegriff für wertvolle, doch kommerziell vergleichsweise chancenarme Werke – und jene ihrer sich vermeintlich...
