Böse kann er besonders gut

Zum 80. Geburtstag des Bassbaritons Sergei Leiferkus

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Wir wissen nicht, ob es Sergei Leiferkus interessiert, dennoch sei es kurz erwähnt: Disney World Florida, ein riesiger Themenpark unweit der US-Stadt Orlando, plant eine neue Attraktion, genannt «Villain’s Land». Nicht nur spitzfindige Zeitgenossen mögen die Aktualität und Brisanz eines solchen Unterfangens im Zustand der Weltpolitik sehen: Villains scheinen zunehmend populär. Wann also eine «Schurkenwelt» als Show-Teil von Disneyworld etablieren, wenn nicht jetzt. Die Behauptung, der Teufel habe die bessere Musik, ist freilich weit älter.

Auch Sergei Leiferkus, der russische Bassbariton, geboren am 4. April 1946, hat den hohen theatralischen Wert des Bösewichts erkannt. In einem im Internet abrufbaren Interview bestätigt er freimütig, dass er seine berufliche Karriere vor allem den vermeintlich Bösen verdankt. Aber auch Leiferkus widmete sich anfangs durchaus den «nice guys» wie dem Valentin in Gounods «Faust» oder die Figuren Tomski und Jeletzki in Tschaikowskys Oper «Pique Dame». Schöne Töne ohne echten Kern, meinte er im erwähnten Interview. Daher rückten bald die Schurken in seinen Karriere-Fokus: Scarpia, Jago, Pizarro, Telramund, Alberich und andere. Die wahren Charaktere ...

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Opernwelt April 2026
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Gerhard Persché

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