Bigger than life
Erich Wolfgang Korngolds Oper «Die tote Stadt» ist ein Reißer sondergleichen, mit allen Ingredienzen einer Erfolgsoper, und ganz zu Recht neuerdings wieder viel gespielt. Allerdings verbindet sich mit diesem Werk auch einer der traurigsten Opernmitschnitte, vergleichbar nur mit den Aufnahmen der letzten öffentlichen Auftritte von Maria Callas.
Die Doppelrolle des Fritz und des Pierrot mit seinem Schlager «Mein Sehnen, mein Wähnen» singt in einem Mitschnitt aus der Wiener Volksoper von 1967 (mit, nebenbei, einem überragenden Tenor als Paul, dem Amerikaner John Alexander) ein Bariton, dessen Timbre aufhorchen lässt, dessen Stimme aber alt, krank und kraftlos klingt. Es ist dies die Stimme von George London, der in der Tat krank und kraftlos war, aber keineswegs alt – mit 47 Jahren war er in einem Alter, in dem Baritone normalerweise auf dem Höhepunkt ihrer stimmlichen Laufbahn sind. Bei London war dies anders. Bereits 1960, da war er vierzig, tauchten bei ihm, der bis zu diesem Zeitpunkt eine weltweite Anerkennung gefunden hatte, nach einer rund zehnjährigen Karriere stimmliche Probleme auf, die aber zunächst, weil sie auch wieder vorbeizugehen schienen, von ihm und seiner Umgebung ...
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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Retrospektive, Seite 28
von Jens-Malte Fischer
Vor drei Jahren hatte der damalige Intendant des Maggio Musicale, Francesco Giambrone, angekündigt, dass der «Parco della Cultura e della Musica» in Florenz, ein moderner Komplex für Opern-, Ballett- und Konzertveranstaltungen, dessen Baukosten damals auf 80 Millionen Euro veranschlagt wurden, am 28. April 2011 eröffnet werde. Schon bald stiegen die Kosten jedoch...
Reri Grist, geboren am 29. Februar 1932 in New York, absolvierte von 1959 bis zu ihrem offiziellen Bühnenabschied 1991 eine beispiellose Karriere an allen großen Opernbühnen der Welt. In der Uraufführung der «West Side Story» sang sie auf Wunsch des Komponisten Leonard Bernstein das berühmte «Somewhere». Ihre großen Mozart- und Strauss-Rollen (Zerbinetta, Susanna,...
Alois Mühlbacher ist fünfzehn und Sopransolist der St. Florianer Sängerknaben. Seine zweite CD enthält Lieder von Gustav Mahler («Lieder eines fahrenden Gesellen», fünf «Wunderhorn»-Lieder) und die «Vier letzten Lieder» von Richard Strauss. Die technischen Mängel des jungen Solisten liegen auf der Hand: gelegentliche Vokalverfärbungen («Um Mitternocht»), unscharf...
