Auf die Zwischentöne kommt es an
Dass der berühmte Kastrat Carlo Broschi, genannt Farinelli, auch komponiert hat, ist seit Langem bekannt. Franz Haböck, der Pionier unter den Erforschern der Sängerkastraten, gab bereits 1923 einen Band mit Arien heraus, die zum Repertoire Farinellis gehörten, darunter auch acht Stücke, die er dem Sänger zuschrieb. Nicht für alle Werke ließ sich diese Zuweisung aufrecht erhalten, bei einigen bleibt sie zumindest zweifelhaft, dafür sind seit Haböcks Ausgabe aber neue Kompositionen entdeckt worden, für die eine Autorschaft Farinellis zumindest plausibel erscheint.
Auf den verschiedenen Arienalben, die in den letzten Jahren mit Werken aus dem Repertoire Farinellis erschienen, ist seine eigene Musik kaum vertreten. Vivica Genaux und René Jacobs («Arias for Farinelli») ließen den Komponisten ganz außer Acht, bei Nella Anfuso («Farinelli’s favourite Songs») findet sich eine Arie, Angelo Manzotti («Arie per soprano di Farinelli dedicate a Maria Teresa») bietet immerhin drei Arien, die in einer für die Kaiserin Maria Theresia angefertigten Prachthandschrift enthalten sind.
«Farinelli. The Composer» aber bietet nun mehr und dazu noch zwei reizvolle Zugaben: Pietro Metastasios «La partenza», ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | CDs, Seite 28
von Thomas Seedorf
ARTE
2./8./14.11. – 6.00 Uhr
Valeriy Sokolov spielt Bartók.
Film von Bruno Monsaingeon. Mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter David Zinman.
4./10.11. – 6.00 Uhr
Pierre-Laurent Aimard
spielt Liszt. Klavier-Festival Ruhr 2011.
6.11. – 11.05 Uhr
16.11. – 6.05 Uhr
22./28.11. – 6.00 Uhr
Prokofjew – Das unvollendete Tagebuch.
Dokumentation von Yosif Feyginberg.
6.11. – 19.15 Uhr
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Frisch getäuscht ist halb gewonnen. Er wolle mit seiner letzten Arbeit an der Komischen Oper, so erklärt Andreas Homoki, keineswegs «demonstrativ an Felsenstein anknüpfen». Wer’s ihm glaubt! Die legendäre «Füchslein»-Inszenierung von Walter Felsenstein (1956 mit Irmgard Arnold) gilt bis heute als bedeutendster Ausdruck einer großen Ära. Eine Inkunabel des...
Bei Francis Poulenc spürt man, was das Kunstlied im Grunde ist: gesungene Literatur. Seine Mélodies greifen fast immer auf Verse höchsten Anspruchs und lebender Dichter (also der Surrealisten) zurück. Im Biotop Paris, wo jeder jeden kannte, war das auf persönliche Weise möglich. Sie sind, was Rimbaud von einer Kunst auf der Höhe der Zeit verlangte: absolut modern....
