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Mit Sinn für Spektakel und Mut zum Risiko hat Ewa Michnik die Breslauer Oper zu einer der wichtigsten Kulturadressen Polens gemacht

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Eine russische Nationaloper am polnischen Unabhängigkeitstag? Das Premieren-Timing für die jüngste «Megaproduktion» in der Breslauer Jahrhunderthalle hatte sich die Intendantin und Generalmusikdirektorin der Opera Wroclawska anders vorgestellt. Eigentlich wollte Ewa Michnik Borodins «Fürst Igor» schon im September auf die felsenreitschulenbreite Bühne des Kuppelbaus bringen, der kurz vor dem Ersten Weltkrieg im Messepark der schlesischen 600 000-Einwohner-Stadt eröffnet wurde und seit 2006 als Weltkulturerbe registriert ist.

Aber dann verzögerte sich die Sanierung der von dem Architekten Max Berg entworfenen ersten Stahlbetonkonstruktion dieser Größenordnung: Bis zu 6000 Sitzplätze fasst die Halle, bis zu 20 000 Menschen finden stehend Platz. Laco Adamik, Opernchef aus Krakau (wo Frau Michnik eine Dirigierklasse leitet), probierte bereits mit Hundertschaften von Choristen, Statisten und lebenden Pferden, da bestimmten in den Treppenfluchten und Foyers noch Handwerker die Szene. So kam es, dass die erste von sechs Vorstellungen des patriotischen Histo-Dramas nach dem altrussischen «Igorlied» ausgerechnet am 11. November stattfand – dem Tag, an dem in Polen die Gründung der zweiten ...

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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Albrecht Thiemann

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