Krisenfest im Abseits

Seit sechzig Jahren gibt es das Opera Festival im irischen Wexford, seit drei Jahren ein neues Haus. Das Gründungsjubiläum wurde mit Raritäten von Ambroise Thomas, Roman Statkowski und Gaetano Donizetti gefeiert

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Sie haben es gerade noch geschafft. Bevor die Zocker in den Banken und an den Börsen, von einer blind auf die Selbstregulierung der Märkte vertrauenden Politik begünstigt, die grüne Insel an den Rand der Staatspleite brachten. Vor gut einem Jahr hatte Irland unter dem sogenannten «EU-Rettungsschirm» Zuflucht suchen müssen – als erstes Mitglied der Europäischen Union. Aber da stand das neue Opernhaus im kleinen Wexford schon, seit 2008 läuft der Spielbetrieb – mit dem jedes Jahr veranstalteten Raritäten-Festival als Höhepunkt.

Wäh-rend man in dem Fischerstädtchen am Südostzipfel der Insel die 60. Spielzeit feiert, stehen Dublins Opernstrategen mit leeren Händen da. Die noch vor drei Jahren propagierten Pläne des Arts Council, in der Hauptstadt eine National Opera Company zu gründen, sind auf Eis gelegt. Das von Daniel Libeskind entworfene Grand Canal Theatre, ursprünglich als Sitz dieser Irischen Nationaloper avisiert, wird von Reisetruppen bespielt. Da waren die Festivalmacher in Wexford cleverer. Und sind darauf mächtig stolz.

«Wir haben eben rechtzeitig unsere Hausaufgaben gemacht», schmunzelt Chairman Peter Scallan. Die Finanzierung des mitten in einem Häuserensemble entstandenen ...

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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Albrecht Thiemann

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