Aus zweiter Hand
Ein Sensationserfolg. Als Bruno Walter im Dezember 1920 Walter Braunfels’ Aristophanes-Oper «Die Vögel» dirigierte, ahnte niemand, dass allein die Münchner Uraufführungsproduktion innerhalb von zwei Jahren 50-mal auf dem Spielplan stehen würde. Kein Wunder, dass das Stück ganz oben auf der Liste von Musikern steht, die sich für die Wiederentdeckung und Wiederbelebung von Werken einsetzen, die im Dritten Reich unter das Verdikt «Entartete Musik» gefallen waren.
Genau das tut James Conlon, Musikchef der Los Angeles Opera, mit einer Programmreihe, die unter dem Titel «Recovered Voices» läuft. Was die szenischen Projekte der Initiative betrifft, so stemmte man in der vergangenen Saison zunächst einen Doppelabend mit Viktor Ullmanns «Der zerbrochene Krug» und Alexander von Zemlinskys «Der Zwerg». Für die nächste Spielzeit ist die erste Inszenierung einer Schreker-Oper auf amerikanischem Boden angekündigt: «Die Gezeichneten».
Entartete Kunst – für die Nazi-Ideologen ging es hier nicht nur um Fragen der Rasse, sondern ebenso um Fragen der Kunst. Juden, die fortschrittliche Musik über skandalöse Themen schrieben – und das waren viele –, wurden doppelt abgekanzelt. Im Fall des Halbjuden ...
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«Das Leben ist kein Wartesaal», seufzt der schöne Bariton, der im richtigen Leben Sebastian Geyer heißt und an diesem Abend wechselweise Monsieur Juste und Arthur de St. Barbe darstellt. Recht hat er, denn ihm hat das Warten rein gar nichts genützt. Zwar ist ihm auf der Jagd glatt eine Fee in die Falle gegangen, die ihm drei Wünsche erfüllen wollte, wenn er sie nur...
Richard Gill, Dirigent der neuen Oper «Rembrandt’s Wife» von Andrew Ford, gab vor der Uraufführung zu Protokoll, er finde es sehr «erfrischend, dass dieses Werk eines australischen Komponisten kein australisches Sujet behandelt». Das war durchaus schmeichelhaft gemeint. Denn wirklich liegen den meisten in Australien entstandenen Opern Themen zugrunde, die in Europa...
Ein Trompe l’oreille ist diese Musik, nur scheinbar glanzvoll die Regenbogenbrücke am Schluss des «Rheingold». «Falsch und feig ist, was dort oben sich freut», klagen denn auch die Rheintöchter. Und selbst das Heldenmotiv (in Wien am Premierenabend im Übereifer ein wenig verzerrt) strahlt nur vermeintlich. Wotans «großer Gedanke» – eine Schimäre. An dieser Stelle...
