Aus zweiter Hand

Recovered Voices: James Conlon bringt Walter Braunfels’ Aristophanes-Oper «Die Vögel» nach Los Angeles

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Ein Sensationserfolg. Als Bruno Walter im Dezember 1920 Walter Braunfels’ Aristophanes-Oper «Die Vögel» dirigierte, ahnte niemand, dass allein die Münchner Uraufführungsproduktion innerhalb von zwei Jahren 50-mal auf dem Spielplan stehen würde. Kein Wunder, dass das Stück ganz oben auf der Liste von Musikern steht, die sich für die Wiederentdeckung und Wiederbelebung von Werken einsetzen, die im Dritten Reich unter das Verdikt «Entartete Musik» gefallen waren.

Genau das tut James Conlon, Musikchef der Los Angeles Opera, mit ­einer Programmreihe, die unter dem Titel «Recovered Voices» läuft. Was die szenischen Projekte der Initiative betrifft, so stemmte man in der vergangenen Saison zunächst einen Dop­pel­abend mit Viktor Ullmanns «Der zerbrochene Krug» und Alexander von Zemlinskys «Der Zwerg». Für die nächste Spielzeit ist die erste Inszenierung einer Schreker-Oper auf amerikanischem Boden angekündigt: «Die Gezeichneten».
Entartete Kunst – für die Nazi-Ideologen ging es hier nicht nur um Fragen der Rasse, sondern ebenso um Fragen der Kunst. Juden, die fortschrittliche Musik über skandalöse Themen schrieben – und das waren viele –, wurden doppelt abgekanzelt. Im Fall des Halbjuden ...

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Opernwelt Juni 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Matthew Gurewitsch

Vergriffen
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