Aus zwei mach eins
Eigentlich haben sie nichts miteinander zu tun, Erich Wolfgang Korngolds Jugendwerk «Der Ring des Polykrates» von 1916 und Mieczysław Weinbergs Oper «Wir gratulieren» (1983) – außer dass ihre Schöpfer jüdischer Herkunft waren und ins Exil gezwungen wurden. Beide Male handelt es sich um Beziehungskomödien mit stark schwankhaften Zügen. Weinbergs anderthalbstündiger Zweiakter nach Scholem Alejchems Schauspiel «Mazl Tov» führt ins jiddische Schtetl des vorrevolutionären Russland, Korngolds arg operettenhafte Farce ins bourgeoise Künstlermilieu.
Yona Kim hat in ihrem glänzenden Heidelberger Doppelabend beide Stücke aufeinander bezogen und sie überdies mit dem Schicksal ihrer Komponisten verknüpft.
Die szenische Steilvorlage liefert das mit genialem Griff entworfene Bühnenbild Margrit Flagners – ein Hausaufriss wie aus dem Kinderbuch, unten das Souterrain fürs Küchenpersonal, oben die Beletage, deren Fenster Videoscreens sind, die das Geschehen kommentierend unterfüttern: bei Weinberg mit wie von Chagall gemalten Bildern, aber auch mit Postern des Zarenpaars sowie von Lenin und Stalin; bei Korngold mit Fotos aus dem Hollywood-Ambiente des emigrierten Filmkomponisten. Diesen Kontrast ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Uwe Schweikert
alpha
02.07. – 11.00 Uhr
Gergiev dirigiert Schostakowitsch
Im Rahmen der großen Retrospektive der Werke von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), die alle 15 Symphonien und sechs Instrumentalkonzerte sowie ein dokumentarisches Porträt von Reiner E. Moritz umfasst.
arte
02.07. – 18.25 Uhr
Juan Diego Flórez & Friends in Concert for Sinfonía por El Perú
Der Startenor...
Theater abseits der Zentren haben nicht gerade leichtes Spiel im Wettbewerb um überregionale Aufmerksamkeit. Nicht nur das schmale Budget erlaubt keine großen Sprünge. Ein oft ländlich geprägter Einzugsbereich fordert eher Grundversorgerqualitäten als konzeptionellen Wagemut.
In einem solchen Winkel – zwischen Wiesbaden, Mainz und Bonn – liegt auch das Koblenzer...
Ein Mann geht durch die Wand. Schwarzer Anzug, blondes Haar. Tritt aus einer Öffnung, die den Umrissen eines modeltauglich stilisierten Frauenkörpers nachgebildet ist. Gerade noch, während des Vorspiels, schien sie fugenlos abgedichtet, diese Barriere. Ein massives, steingraues Nichts, aus dem, in einen Lichtkreis gebannt, ein Auge schaute, ein Ohr lauschte....
