Aus und vorbei!
Anfang Mai gab es in Freiburg ein kleines Festival. Vier Abende. Auf dem Programm: Kurtág und Webern, Messiaen und Bernd Alois Zimmermann, Varèse und, zum Schluss, der c-Moll-Stoß von Beethovens «Fünfter». Eine Wahl mit Bedacht. Das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, wie es seit einer Weile etwas holprig heißt, feierte Geburtstag: 70 stolze Jahre. Niemand kann die Zahl der Uraufführungen herzählen, die wir diesem Parade-Orchester der Neuen Musik verdanken. Sind’s 300, sind’s 400? Noch mehr? Aus und vorbei. Zum Ende dieser Spielzeit wird das Ensemble plattgemacht.
Wer bisher nicht wusste, was Zynismus ist – jetzt weiß er’s. Man kann den empörenden Vorgang auch gewählter in Worte kleiden: Das Orchester wird mit dem Radio-Sinfonieorchester, dem Stuttgarter Ensemble des SWR, fusioniert. Aber eben auf Teufel komm raus, ohne dass man je von triftigen künstlerischen Argumenten für diese Zwangsvereinigung gehört hätte. Es geht allein ums Geld. Um zehn Millionen Euro, die der Sender pro Jahr einsparen will. Obwohl die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten so viel Gebührengelder einnehmen wie nie zuvor. Obwohl 30 000 Unterschriften gegen die Fusion gesammelt wurden. Obwohl ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Heinz W. Koch
Mit ehrgeizigen Zielen hat Riccardo Chailly 2015 sein neues Amt als Musikdirektor an der Mailänder Scala angetreten: Er will der italienischen Oper im Allgemeinen und Giacomo Puccini im Besonderen wieder mehr Geltung verschaffen – sicherlich ein kluger Schachzug, um die Scala stärker gegenüber den anderen großen europäischen Opernhäusern zu profilieren und...
Schon vor Wagner taugte der Tod zum Happy End. «Manon Lescaut» von Daniel-François-Esprit Auber – die früheste der drei Abbé Prévost-Vertonungen – bekennt sich trotz tödlichem Ausgang zur Opéra comique. Zu Recht! «Comme un doux rêve», wie ein süßer Traum kommt das Ende der leichtlebigen, operndösig verruchten Titelheldin daher. Aber nur bei Auber.
Dass es seither...
Wie sagt man so schön? Gebranntes Kind scheut das Feuer. Für mich steht demnächst eine Produktion in einem Opernhaus an, in dem ich vor ungefähr 20 Jahren mal so richtig versengt wurde.
Natürlich übertreibe ich maßlos, wie immer. In Wahrheit war die Geschichte nicht besonders markerschütternd. Vor allem nicht besonders besonders. Einfach eine von denen, die manche...
