Aus der Wundertüte
Eine Neuinszenierung der «Zauberflöte», das bedeutet den Ernst- und Problemfall einer Opernaufführung schlechthin. Sogar für Hans Neuenfels. In Berlin hatte der Altmeister des Opernskandals immer Glück. Nach einschlägigen Erfahrungen in Frankfurt fand er mit Verdis «Forza del destino» 1982 an der Deutschen Oper den Schlüssel für seine Zukunft: Unter all seinen Generationskollegen, die sich nach und nach vom Schauspiel zur Oper abseilten, ist er heute der letzte, den die Fachwelt uneingeschränkt ernst nimmt und für satisfaktionsfähig hält.
Rigoletto als rosa Hofschweinchen (1986), ein Spitzbart-«Trovatore» (1996) und «Nabucco» mit Priestern im Bienen-Outfit (2000) – alle Neuenfels-Inszenierungen der Deutschen Oper festigten die polarisierende Position des Regisseurs als Verdi-Deuter. Für seinen Umgang mit Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» wurde er im «Opernwelt»-Jahrbuch 2005 zum «Regisseur des Jahres» gewählt. Kürzlich krönte der «Idomeneo»-Streit um die Absetzung seiner Mozart-Version die Erfolgsgeschichte einer chronique scandaleuse. Wenn sich ein Regie-Querdenker wie Neuenfels der «Zauberflöte» widmet, wird ein Markstein der Aufführungsgeschichte erwartet. ...
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Über dem Mozart-Hype hätte man beinahe den anderen Jubilar vergessen, hundert Jahre jünger als der Jahresregent: Sigmund Freud. Von ihm stammt der Satz «Was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg», was wiederum als Spielstein fugenlos ins Programmpuzzle von «New Crowned Hope» passen würde. Künstler müssen der Welt Zeichen und Bilder des...
Jenes zweigestrichene C, das Rodolfo im ersten Bild der «Bohème» gleich zweimal treffen muss, machte Luciano Pavarotti bekanntlich zum Angelpunkt der Partie, wenn nicht des ganzen Stücks. Gingen die Spitzentöne der Arie «Che gelida manina» und des Finalduetts «O soave fanciulla» daneben, sei der Rest im Grunde schon vergebliche Liebesmüh. Allein, hier irrt Big P.,...
Hätte man uns doch in Kindertagen für die Zinnsoldaten-Sammlung einen so elegant geschwungenen Boden aus hellen Dielen gebaut, wie ihn Hartmut Schörghofer dem Regisseur Steffen Piontek für seine «Lohengrin»-Inszenierung fugenlos verlegen ließ! Dann wären damals unsere liebevoll bunt bemalten Figuren so dekorativ zur Geltung gekommen wie jetzt der Männerchor der...
