Aus den Angeln gehoben

nach Berlioz: Faust am Staatstheater Kassel

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Der Teufel mag es ungebärdig und ein wenig billig. Das ist seine Welt, da kennt er sich aus. Er mag den Zinnober, zündet Flämmchen an und hetzt die Masse auf, in der Hölle nur noch das Wort «Hass» zu skandieren. Ein schlimmes Wort, das hier noch gefährlicher zischt als sonst schon. Ein Tierlaut – sieht man davon ab, dass Tiere nicht hassen. In einer der schönsten Szenen des Abends greift Méphistophé-lès aber auch in die Saiten seines Basses und begleitet den Song von Marguerite.

Diese ist weder die Unschuld vom Lande noch aus der Stadt; Abspaltungen von ihr mögen die Gretchen-Klischees bieten, sie selbst jedoch ist ein wenig abgelebt. Man interessiert sich dadurch erst recht für sie. Mag sein, Méphistophélès ist ihr Zuhälter: Es geht hier um allerhand, aber gewiss nicht um Moral.

Sebastian Baumgarten hebt am Staatstheater Kassel Berlioz’ «La damnation de Faust» aus den Angeln und lässt die «dramatische Legende» dann auf den Boden fallen, wo sie in viele Stücke zerbricht. Jetzt heißt sie nur noch «Faust» und gebärdet sich als ein «Musiktheater nach …». Dennoch ist das auf seine Weise ein sanfter Vorgang. Berlioz verzichtete darauf, «La damnation» als Oper zu bezeichnen, auch hatte ...

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Opernwelt Mai 2025
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Judith von Sternburg

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