Augsburg, Gounod: Roméo et Juliette

Opernwelt - Logo

Es war sein Einstieg: Frisch aus Klagenfurt engagiert, dirigierte der 29-jährige Ungar Henrik Nánási als neuer Erster Kapellmeister mit «Roméo et Juliette» eine viel versprechende Erstaufführung: Staunenswert, zu welchen Farbmischungen der Bläser und Streicher er sein neues Orchester animierte, wie er Oberstimmen leuchten ließ, Übergänge weich modellierte, Steigerungen genau austarierte und im Tutti immer auf einen durchsichtigen, fein schimmernden Klang achtete. Nánásis Schlagtechnik ist von verblüffender Genauigkeit, Transparenz und Ökonomie.

Wer unter ihm spielt, kann nicht anders, als konzentriert zu folgen.
Das tat neben dem exzellenten Orchester auch der bemerkenswert ausdrucksstarke, nie forcierende Chor. Und das versuchten – mit unterschiedlichem Erfolg – auch die Solisten. Denn Petra van der Mieden als Juliette wirkte bei ihrer großen ersten (Koloratur-)Arie noch etwas nervös, konnte sich dann aber dank der Leuchtkraft ihrer Stimme immer mehr behaupten. Leider gelang das Peter Bernhard mit seinem lyrischen, warm timbrierten, aber allzu wenig tragfähigen Tenor nicht immer. Vor allem in der Höhe und mit der Phrasierung hatte er Probleme. Beide zusammen waren dennoch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2005
Rubrik: kurz berichtet, Seite 50
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
Weitere Beiträge
Schiller dekonstruiert

«Das Mädchen aus der Fremde» lautet der Titel eines Gedichtes von Friedrich Schiller. In diesem Jahr dreht sich alles um den Geistesheroen, der vor zweihundert Jahren starb. An der Schillerbühne zumal – denn so versteht sich das Mannheimer Nationaltheater. Der Abend, der um zwei Gedichte von Friedrich Schiller kreist, entstand als Auftragswerk der beiden...

In der Zeitfalle

Die erste Oper des Komponisten Lorin Maazel ist eine Liebesgeschichte, bei der es besonders auf die Verhältnisse ankommt. Julia liebt Winston und Winston liebt Julia. Doch nicht die Familien, wie es sonst in solch klassischer Konstellation der Fall ist, sind gegen diese Liebe, sondern der alles überwachende Staat ist es. Deshalb wird das heimliche Liebesnest in der...

Utopie und Perfidie

Alles ist Spaß auf Erden»: Aus dem Falstaff-Motto hatte Peter Konwitschny 2001 in Graz einen herrlich tristen Theaterabend gezaubert. Die Wehmut war heiter am Ende der Intendanz von Gerhard Brunner. Das Konzept mischte die Analyse des Stückes mit der Liebeserklärung an ein Theater und mit einer saftigen Portion Kulturpessimismus. Die Bühne bestand eigentlich nur...