Aufhören kommt nicht in Frage
Die Sache mit der Banane, das spürte er, war keine gute Idee. Das Zweit-Rendezvous fällt daher anders aus, im schimmernden Rokoko-Gewand, das Affen eher selten tragen. Und nun mit einer silbernen Rose in der Hand, an der die Angebetete schnuppert: «Hat einen starken Geruch …»? Zu diesem Satz kommt es nicht, wir befinden uns schließlich bei Hans Werner Henze. Aber wenn «Der junge Lord» von Brigitte Fassbaender inszeniert wird, dann darf dieses wunderzarte Selbstzitat einer Sängerinnen-Legende sein, die auf immer und ewig der einzig wahre Rosenkavalier bleiben wird.
Ein paar Wochen vor dem 80. Geburtstag, den sie am 3. Juli feiert, war Premiere am Gärtnerplatztheater. An einem Haus übrigens, wo sich die Fassbaender durchaus im Chefsessel sah. Es kam allerdings nicht zur zweiten Intendanz nach dem Tiroler Landestheater, Bayerns Politiker wollten eine andere Lösung. Im Nachhinein scheint es sogar besser für die Künstlerin – wie hätte sie sonst all ihre Vorhaben und Vorlieben relisieren sollen?
Es ist schwer, bei Brigitte Fassbaender einen Termin zu bekommen. Hier eine Regie, dort ein Meisterkurs, da ein Jury-Vorsitz, dann gibt es noch den Liedsommer im südtiroler Ort Eppan – es ist ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Markus Thiel
Am Ende zieht Roger seine Lackschuhe aus und begrüßt an der Rampe emphatisch die aufgehende Sonne. Aber er bleibt nicht, wie im Libretto vorgesehen, mit seinem arabischen Ratgeber Edrisi allein. Zwar ist die den Verlockungen des göttlichen Hirten erliegende Menge abgezogen, doch seine Frau Roxana, der Erzbischof, die Diakonissin und ein kleiner Junge bleiben...
Bald sind es vier Jahrzehnte. So lange wird Carola Fischer dann als Solistin auf der Bühne des Staatstheaters Cottbus gestanden haben. Aber was heißt hier: gestanden? Fast alle für ihren Mezzosopran geeigneten Rollen hat die gebürtige Berlinerin an dem Haus gesungen, von den leichten bis zu den schweren Fächern, von Mozarts quirligem Cherubino bis zu Wagners...
Zunächst schien das Premierenpublikum des Teatro Real ratlos angesichts dieses artifiziellen Konversationsstücks aus dem Kriegsjahr 1942, in dem es nicht etwa um Leben und Tod, sondern um den altbekannten, in elegant-wortreiches Liebesgeflüster gehüllten Streit geht, ob in den Künsten nun der Poesie oder der Musik Vorrang einzuräumen sei. Argwohn stand schon beim...
