Auf Sturmes Höhen

Verdi in Heidenheim: Rosetta Cucchi zeigt in «Otello» eine machtgeile Männerwelt, Andreas Baesler verwandelt die Titelfigur von «Macbeth» in einen Opernstar, Marcus Bosch dirigiert beide Opern mit Verve und Scharfsinn

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Der Beginn dieser Oper ist immer wieder von neuem ein Fanal. Nie zuvor hat ein Komponist in nur wenigen Takten so erschreckend genau und plastisch ein gesamtes Szenario umrissen. Giuseppe Verdi lässt seinen «Otello» mit einer musikalischen Explosion beginnen; das Gewitter, das er mit aufsteigenden Chromatiken, Dissonanzen, maximalem Schlagwerkeinsatz beschreibt, ist eine orchestrale Naturgewalt. Und genau so lassen es Marcus Bosch und die Stuttgarter Philharmoniker im Orchestergraben des Heidenheimer Congresszentrums und Festspielhauses brodeln.

Dagegen wirkte die Gewitterfront, die wenige Stunden zuvor über die Festspielstadt in der schwäbischen Ostalb hinweggezogen ist, eher wie ein zivilisiertes Unwetter. Sie freilich ist verantwortlich dafür, dass Verdis vorletzte (Shakespeare-)Oper an diesem Abend nicht, wie in dieser Spielzeit vorgesehen, im sogenannten Rittersaal des nahen Schlosses Hellenstein als Freilichtkeimzelle der Opernfestspiele OH! stattfinden kann. Der Verlust hält sich in Grenzen, zielt die Regiekonzeption doch weniger auf ein Miteinbeziehen der Ruinenkulisse als auf das Erstehen eines Raums, den vor allem vier riesige mobile Monitore sowie ein in der Mitte ...

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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 46
von Alexander Dick, Peter Krause

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