Auf der Bühne kriegt man keinen Schluckauf
Haben Sie sich die Zeit nach Ihrer Intendanz so vorgestellt?
Nee. Jedenfalls nicht so arbeitsreich. Ich hatte schon gehofft, etwas mehr Freizeit zu haben und das Zuhause genießen zu können. Ich bin fast genauso viel auf Reisen wie zu Sängerzeiten.
Man könnte sich auch dagegen entscheiden.
Ja, das stimmt wohl. Aber wenn man im Alter noch so gefragt ist, ist das schon ein schönes Gefühl. Und wenn es mit dem Erfolg der Inszenierungen so weitergeht: auch wunderbar.
Welche Stücke oder Komponisten passen nicht zur Regisseurin Brigitte Fassbaender?
Das habe ich noch gar nicht herausgefunden. Es ist mehr eine Frage der Häufung. Eine «Zauberflöte» könnte ich immerzu machen. Ein Musical müsste ich nicht noch einmal inszenieren. Ansonsten schrecke ich vor nichts zurück. Ich würde mir wahnsinnig gern noch einmal «Salome», «Elektra», «Peter Grimes» oder «Turn of the Screw» vornehmen. Mal schauen.
Sie geben immer mehr Meisterkurse ...
Da habe ich einfach zu selten nein gesagt. Ich will und muss künftig Schwerpunkte setzen. Die Arbeit mit den Opernstudios in München, Zürich und Berlin bereitet große Freude. Aber eine Gastprofessur oder so etwas, das möchte ich nicht. Nicht noch mal in die Tretmühle, ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Interview, Seite 36
von Markus Thiel
Diese Salzburger Werke-Ambition klingt nach ihm. «Jonny spielt auf», «Pilger von Mekka», «Eugen Onegin», «La clemenza di Tito»: Das hätte einst auch Gerard Mortier zu einer Sommersaison zusammenschnüren können. Doch verantwortlich dafür sind andere. Jene, die sich gegen die übermächtigen und ständigen (ob im Januar, zu Ostern, Pfingsten oder im August)...
Die Neuinszenierung von Frank Hilbrich bestätigt es: Die scheinbar leichte, heute etwas bemüht-brillant wirkende «Jazz-Oper» von 1927 ist nicht leicht zu realisieren. Mit ihr huldigte der blutjunge Avantgardist Ernst Krenek dem Zeitgeist der Goldenen Zwanziger – der Wagnerismus, dem noch Strauss und Schreker mit ihren lyrischen Musikdramen beseelt gefolgt waren,...
Drei Jahrzehnte waren ihr zunächst vergönnt. Beginnend mit der Uraufführung im April 1801 zur Eröffnung des Teatro Nuovo in Triest, dem heutigen Teatro Verdi, bis zu einer noch verbuchten Produktion in Palermo anno 1831. Dann sah es lange düster aus für «Ginevra di Scozia» von Simon Mayr. Für den dreistündigen Zweiakter bediente sich der bayrisch-italienische...
