Ich bin keine Sparintendantin
Frau Meyer, im Herbst 2015 wird das Haus am Offenbachplatz wiedereröffnet. Dann gibt es auch einen neuen Generalmusikdirektor – François-Xavier Roth, derzeit noch beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, wird Nachfolger von Markus Stenz. Oper war bisher nicht Roths Schwerpunkt. Was haben Sie miteinander vor?
Die Details kann ich natürlich noch nicht verraten. Vorerst nur so viel: Herr Roth wird 2015/16 zwei von acht Premieren übernehmen, in seiner zweiten Spielzeit kommt noch eine Wiederaufnahme dazu.
Und der Chef dirigiert dann auch alle Vorstellungen der jeweiligen Produktion?
Ja, wir finden es wichtig, dass alle Vorstellungen in einer Hand liegen, möglichst auch bei einer Wiederaufnahme von dem dirigiert werden, der die Produktion von Anfang an betreut hat – das schafft nicht nur Kontinuität und Vertrauen, sondern sichert auch ein gleichbleibend hohes Niveau.
Wer entscheidet künftig über die Besetzung? Wer über die Gastdirigenten?
Ganz einfach. Das Gürzenich-Orchester ist eine eigenständige Institution, mit einem großen, eigenen Konzertprogramm, aber es bespielt auch die Oper Köln. Das Letztentscheidungsrecht über die Auswahl der Gastdirigenten und der Solisten ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann
Drei Jahrzehnte waren ihr zunächst vergönnt. Beginnend mit der Uraufführung im April 1801 zur Eröffnung des Teatro Nuovo in Triest, dem heutigen Teatro Verdi, bis zu einer noch verbuchten Produktion in Palermo anno 1831. Dann sah es lange düster aus für «Ginevra di Scozia» von Simon Mayr. Für den dreistündigen Zweiakter bediente sich der bayrisch-italienische...
Man muss kein Kinderhasser sein, um die Geschichte von der «Frau ohne Schatten» schwer verdaulich zu finden. Selbst wer das Drama des unerfüllten Kinderwunsches ernst nimmt, kann sich überlastet fühlen, wenn zum Schluss der Richard-Strauss-Oper der Chor der Ungeborenen seine Stimme erhebt. Regisseure flüchten da gern mal in die Ironie und lassen die Kinderwagen...
Der Laden sieht ziemlich schäbig aus: schmuddelig-gelbliche Wän- de, billiges Mobiliar, überall Müll auf dem schachbrettartigen Boden. Und an der dürftigen Theke, hinter der trostlose Kacheln giftgrün schimmern, fehlt selbst das, was sonst in jeder italienischen Bar zu finden ist: die Kaffeemaschine. Einzig der neon-leuchtende Schriftzug im Obergeschoss zeugt...
