Auf Augenhöhe
Sie stehen für eine unorthodoxe, sinnesprall-sinnstiftende Werktreue, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erschließt, aber immer lange nachklingt: der Regisseur Stefan Herheim und der Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach.
Was befeuert die Teamarbeit des Duos, das zuletzt Debussys «Pelléas et Mélisande» in Glyndebourne, Rossinis «Cenerentola» in Lyon, Bergs «Wozzeck» in Düsseldorf und Tschaikowskys «Pique Dame» in Amsterdam auf die Bühne brachte? Ein Werkstattgespräch
Herr Herheim, Herr Meier-Dörzenbach, seit vielen Jahren arbeiten Sie eng zusammen. Ein Theatermensch, der beinahe Sänger geworden wäre und vom Puppenspiel kommt, und ein musikbegeisterter Philologe und Kunsthistoriker mit einer Schwäche für Kulturgeschichte. Wie haben Sie sich eigentlich gefunden?
Herheim: Das war Zufall. Wir sind uns in einem Hamburger Studentenwohnheim begegnet – und hatten sofort einen Draht.
Meier-Dörzenbach: Wir sind, was unseren akademischen Hintergrund betrifft, wirklich denkbar verschieden. Aber vom ersten Moment an hat uns die Leidenschaft für die Oper verbunden. Und der Wunsch, dieser Leidenschaft für das Musiktheater möglichst breit gefächert auf den Grund zu gehen. Wir merkten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Interview, Seite 46
von Albrecht Thiemann
Luigi Rossi (1597-1653), Tonschöpfer aus Torremaggiore, wäre, hätte er das Elixir fürs ewige Leben gefunden, nun 421 Jahre alt. Seiner Musik scheint dies indes gelungen; nach langen Jahren des Schattendaseins wirkt sie revitalisiert, frisch und lebendig. Dies gilt zweifellos auch für Rossis Version des Orpheus-Mythos. Raphaël Pichon, Shootingstar der Alten Musik...
ROMEO IN SÜDAFRIKA
Der Anspruch ist hoch, aber absolut richtig: Talentierte Künstler aus Townships fördern, Oper machen an den Rändern der Gesellschaft – das will die vor zehn Jahren gegründete Initiative «Umculo». In Johannesburg entsteht gerade das jüngste Projekt: «Romeos». Wir sind dabei
Missy Mazzoli
Die «New York Times» zählt sie zu den erfinderischsten...
Vor der Premiere ist der Autostau entlang des Neusiedler Sees so lang, dass sie später beginnen muss. Über 6000 Sitzplätze wollen bei den Seefestspielen Mörbisch jeden Abend gefüllt sein, 220 000 pro Saison. Das gelang zuletzt nicht einmal dem legendären Altintendanten Harald Serafin, der zu Boomzeiten den Zuschauerraum erweitert hatte. Erst recht nicht seiner...
