Attila besiegt die schwarzen Augen
Ochi Chernye», das Lied von den «Schwarzen Augen», dient nicht nur als Code, unter dem der sich als russischer Ballerino ausgebende Fred Astaire in «Shall We Dance» seine Ginger wiederfindet, sondern ist zugleich ein melancholischer Fokus russischer Identität.
So überrascht denn doch ein wenig, dass Ildar Abdrazakov mit dieser Nummer (vom Galakonzert unter Valery Gergiev auf dem Roten Platz in Moskau anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2018) bei YouTube deutlich weniger Aufrufe verzeichnet als mit dem «Mentre gonfiarsi l’anima» des Attila – der ersten Arie seines neuen Verdi-Solorecitals beim Gelblabel. Doch der Hunnenherrscher ist Abdrazakovs Karrieregarant. Mit ihm eröffnete er im vergangenen Jahr prestigeträchtig die neue Saison der Mailänder Scala; schon vor einigen Jahren hatte er in dieser Partie enormen Erfolg an der Metropolitan Opera in New York, damals unter Riccardo Muti. In diesem Album steht nun der neue musikalische Regent der Met, Yannick Nézet-Séguin, am Pult – allerdings nicht des Met-Orchesters, sondern des Orchestre Métropolitain de Montréal. Wobei Abdrazakov sich in seiner Interpretation von Attilas Traumsequenz mit dem Muskelspiel zurückhält, eher den ...
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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Gerhard Persché
Achtung: Spoiler-Alarm. So heißt es ja neuerdings, wenn man etwas verrät, was der Leser vielleicht (noch) gar nicht wissen will. Aber Gastregisseur Vasily Barkhatov hat vorab im Programmheft preisgegeben, was seine «Tosca» von anderen unterscheidet: Der Täter ist hier auch Opfer. Und opfert sich bewusst – durch die Tat einer anderen. Verwirrt?
Denkfaulere...
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