Arme Amina
Etwas könnte dem Team des Gärtnerplatztheaters schon passieren. Nach Beendigung des Exils, nach all dem Vagabundieren durch die Münchner Ausweichspielstätten, nach dem Wiederbezug des renovierten Stammhauses (wohl im Herbst 2016), könnte sich all das Adrenalin plötzlich verflüchtigen. Jenes Stresshormon, das derzeit für einen Kreativschub nach dem anderen sorgt. Das Publikum der weißblauen Volksoper hat sich auf die Dauerprovisorien jedenfalls eingestellt und darauf, dass unter Intendant Josef E.
Köpplinger Verlässliches serviert wird: Handwerk, das die Werke – mal mehr, mal weniger ambitioniert – als intelligente Unterhaltung erzählt.
Auch die Produktion von Vincenzo Bellinis «La sonnambula» trotzt dem Stück keine neuen Erkenntnisse ab. Auf den ersten Blick sieht es im Prinzregententheater sogar danach aus, als werde hier, im Ockerlicht der 70er-Jahre, Opas Oper reanimiert. Dazu gibt es eine detailliert gepuzzelte Biedermeier-Kostümorgie (Ausstattung: Andreas Donhauser, Renate Martin) und operettiges Augenzwinkern. Letzteres, das ist auch schon der einzige Einwand gegen Michael Sturmingers Inszenierung, wirkt unangemessen angesichts einer Psychostudie, die ein Vierteljahrhundert ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Markus Thiel
Das Streichersextett spielt die ersten Akkorde, da zerreißt ein Heulton den kammermusikalischen Wohlklang. Fliegeralarm, wie üblich. Die Musiker tragen ihre Geigen und Celli gelassen Richtung Bunker, der Hausdiener klappt routiniert den Deckel des Spinetts zu und wartet die Bomben ab. Wir befinden uns im Jahr 1942, zur Zeit der Uraufführung von Richard Strauss’...
Die Offenbach-Produktion, mit der Simone Young im Herbst 2014 ihre letzte Hamburger Spielzeit eröffnete, war ein großer Publikumserfolg (siehe OW 12/2014). Die Veröffentlichung auf DVD ist eine willkommene Alternative bzw. Ergänzung zu der Pariser Produktion (2000) unter Marc Minkowski und Laurent Pelly (Arthaus). Das französische Duo Renaud Doucet (Regie und...
Die Piazza Vittorio liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs, im größten multiethnischen Viertel Roms. Vor allem für ihren großen Markt ist sie bekannt, wo man Lebensmittel und Gewürze aus aller Welt bekommt. Seit 2002 trägt auch ein Orchester ihren Namen. Die Mitglieder stammen aus zehn verschiedenen Ländern, sprechen neun verschiedene Muttersprachen. Ihre...
