Ein Wurf

Gounod: Faust (Margarete) Mainz / Staatstheater

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Gounods Goethe-Erfolg, eine der (gar nicht so) geheimen Lieblingsopern Thomas Manns, kann auch im 21. Jahrhundert noch auf Interesse und Bewunderung stoßen. Die Chor-, insbesondere die Kriegsszenen sind nicht allzu weit von Verdi’schem Schwung entfernt, und den Intimitäten des im Mittelpunkt stehenden vokalen Trio infernale sind bedeutende Schön- und Apartheiten gewidmet. Die teutonischen Goethe-Fetischisten, denen der Ausweichtitel «Margarete» für den hiesigen Gebrauch geschuldet war, sind als ideologische Gralshüter des Nationalstoffs ohnedies in die Gräber der Geschichte gesunken.

Bei der Mainzer Produktion heißt das Stück denn auch «Faust».

Gesungen wird, das ist ja längst Standard, im originalen Französisch (wobei man sich amüsieren darf über dessen Differenz zu der kess eingedeutschten Übertitelung). Für Mainz recycelte Elisabeth Stöppler eine Inszenierung, die vor fünf Jahren am Oldenburger Staatstheater ein bemerkenswertes Echo fand. Die aktuell tätigen Ausstatter, Natalia Krautkrämer (Bühne) und Susanne Maier-Staufen (Kostüme), hatten also nur den Ruhm der Zweiterfüller von Konzepten, die ursprünglich von Rebecca Ringst (Bühne) und Ingo Krügler (Kostüme) stammten. Die in ...

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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Hans-Klaus Jungheinrich

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