Für mich ist Mozart wahrer Belcanto
Herr Schuen, Sie sind noch jung. Ganz pauschal gefragt: Was würden Sie als Sänger gern erreichen? Welche Ziele haben Sie?
Ich möchte all das singen, was zu meiner Stimme und meiner Person passt. Und zwar so, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Eines ist mir jetzt schon klar: Ich werde bestimmt nicht ausschließlich Oper machen. Wenn ich Lieder singe, geht mir das Herz auf. Auch im Konzert möchte ich mich entwickeln – vielleicht die schwierigste Sparte: Man geht rein, wartet, singt, pausiert, singt.
Die Herausforderung besteht darin, sich nicht von dem stressen zu lassen, was einem so durch den Kopf geht, wenn man nicht dran ist. Auf der Opernbühne bewege ich mich ja ständig, bin auch als Schauspieler gefragt. Da kommt man nicht so schnell ins Grübeln.
Wie lange lassen Sie eine Partie reifen, bevor Sie sich mit ihr hinauswagen?
Ich bin da sehr vorsichtig, weil man nie genau weiß, wie und wohin sich die Stimme entwickelt. Wenn man sich falsch einschätzt, kann ganz schnell Schluss sein. Sei es, dass eine Partie für die Stimme zu schwer ist. Sei es, dass man eine Rolle noch nicht gut genug auf der Bühne rüberbringen kann. Man tut sich keinen Gefallen, wenn man zu früh zu viel ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Christoph Vratz
Hoch hinaus ging’s an der Lindenoper schon immer. Das gilt auch für die Kosten der Sanierung der 1792 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff für Friedrich II. errichteten Hofoper. Nicht 239 Millionen Euro, wie ursprünglich verkündet, auch nicht 288 Millionen, wie zwischenzeitlich berechnet, sondern 389 Millionen Euro wird die Rundumerneuerung der Berliner Staatsoper...
Irland ist ein sangesfreudiges Land. In fast jedem Pub klampfen bärtige Barden schmissige Songs und traurige Balladen. Dass die grüne Insel in Sachen Oper noch immer als Diaspora gilt, ist der Historie geschuldet: Das einstige Armenhaus Europas hatte wenig Bedarf an feudaler Zerstreuung durch repräsentatives Musiktheater. Auch der Bürgerstolz, der im 19....
Steht da Willy Loman auf der Straßenbrücke, dicht an der Bruchkante? Der traurige Held aus Arthur Millers Nachkriegsdrama «Death of a Salesman»? Die Garderobe passt: weißes Hemd, brauner Anzug, Hut im Stil der 50er-Jahre (Kostüme: Pola Kardum). Stumm schaut er von der notdürftig gesicherten Bauruine auf die Menge herab, die in die sandige Brache drängt: eine nature...
