Apropos... Operette
Herr Behle, gibt es schon Aufführungspläne?
Ich habe Heribert Germeshausen, den Dortmunder Intendanten, total zugequatscht. Zu den für mich interessanten Häusern zählt auch das Gärtnerplatztheater, mit Intendant Josef Köpplinger habe ich den «Evangelimann» an der Wiener Volksoper gemacht. Das Gasthaus aus diesem Stück hatte ich für meine Operette ständig im Kopf. Es gibt auch Kontakte zur Volksoper und Komischen Oper Berlin.
Welche Rolle spielt Ihr Librettist, der Schweizer Schriftsteller Alain Claude Sulzer? Stammt ein Großteil des Textes von ihm? Oder musste er Ihre Ideen nur ordnen und kanalisieren?
Er ist ein sehr belesener Literat mit einem etwas trockenen Humor. Ich bin eher der hektische Typ und Kalauer-Heini. Das hat sich sehr gut ergänzt. Die Synopsis habe ich mit meiner Frau verfasst. Ich hatte anfangs viel zu viele Ideen. Das Rückgrat des Stücks, das Konstrukt muss ja stehen. Du kannst so viele Kalauer machen, wie du willst. Aber wenn du aus dem Stück rausgehst und hast keine tiefgreifende Message mitbekommen, dann ist selbst der flockigste Abend ein bisschen flau.
Und die Message wäre?
Ich mache mich über Wettbewerbe, Kleinbürgerlichkeit und Ehrgeiz lustig. Eigentlich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2020
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Markus Thiel
Herr Schuen, zwei «Così»-Strichfassungen: Fühlt man sich da nicht schizophren?
Ein bisschen schon. Ich bekam die Münchner Fassung ein paar Wochen im Voraus, als ich noch in Salzburg beschäftigt war. Und ich schaute erst gar nicht rein, um mich nicht zu verwirren. Als ich dann drei, vier Tage Zeit hatte, konnte ich diese Version lernen. Ich hatte das Glück, dass in...
Rainer Maria Rilke hatte vermutlich seinen Hegel gerade nicht zur Hand, als er, in den «Duineser Elegien» war es, die poetische These formulierte, das Schöne sei «nichts als des Schrecklichen Anfang». Vergegenwärtigen wir uns nur einmal die Geschichte von Orpheus, dem Ursänger, und seiner geliebten Eurydike, so mag dieses Wort des Dichters zwar zutreffen. Hört man...
Hätte es 1870/71 zwischen Frankreich und Preußen keinen Krieg gegeben, dann gäbe es in Giuseppe Verdis «Aida» wohl weder die «Nil-Arie» noch das Orchestervorspiel zum dritten Akt, das die Atmosphäre einer überhitzten Nacht am Fluss so genial einfängt. Denn weil zum eigentlich für Kairo geplanten Uraufführungstermin Bühnenbilder und Kostüme im belagerten Paris...
